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Thomas de Maizière mit Großem Zapfenstreich geehrt

Zeremoniell am Bendlerblock : De Maizière mit Großem Zapfenstreich geehrt

Drei Wochen nach seinem Wechsel an die Spitze des Bundesinnenministeriums ist der frühere Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch mit einem Großen Zapfenstreich geehrt worden.

Dabei verabschiedete er sich am Mittwoch mit ungewöhnlich deutlichen Worten an die eigene Truppe und die europäischen Verbündeten. "In der Bundeswehr ist natürlich vieles nicht in Ordnung, nicht nur im Rüstungsbereich", sagte er bei einem Empfang vor der Zeremonie. "Das ist normal für Institutionen dieser Größenordnung." De Maizières Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte bei seinem Rücktritt im März 2011 gesagt, er hinterlasse ein bestelltes Haus.

Kritik der größten europäischen Bündnispartner Frankreich und Großbritannien an der Bereitschaft Deutschlands zu Militäreinsätzen verbat sich der Innenminister und Ex-Verteidigungsminister. "Deutschland braucht von niemandem in Europa Belehrungen über Art und Ausmaß unserer internationalen Einsätze - auch nicht aus Frankreich und Großbritannien", sagte er. "Deutschland steht zu seinen Verpflichtungen, auch wenn es innenpolitisch schwierig ist."

Die Bundesregierung habe im Parlament noch nie eine Niederlage bei einer Abstimmung über einen Einsatz erlebt. Damit spielte er auf die Niederlage der britischen Regierung im Parlament bei einer Abstimmung über ein militärisches Engagement in Syrien im vergangenen August an. De Maizière betonte auch, dass das militärische Engagement Deutschlands das Frankreichs übertreffe.

Die Unzufriedenheit in der Bundeswehr mit seiner Reform hält de Maizière für normal. "Es wäre ein Wunder, wenn es anders wäre", sagte er. "Ziel der Neuausrichtung war es nicht und konnte es nicht sein, die Zufriedenheit der Soldaten und Mitarbeiter zu erhöhen." Ziel sei es, den Auftrag der Bundeswehr zu erfüllen.

De Maizière war bei der Aufstellung des neuen Kabinetts von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Verteidigungs- in das Innenministerium versetzt worden. Seine Nachfolgerin im Bendlerblock ist Ursula von der Leyen (CDU), die am Zapfenstreich teilnahm. De Maizière war knapp drei Jahre lang Verteidigungsminister. Das Stabsmusikkorps spielte bei der Verabschiedung auf seinen Wunsch den 80er-Jahre-Hit "Live is Life", die Erkennungsmelodie der Bundeswehr "Wir.Dienen.Deutschland" und das Kirchenlied "Großer Gott wir loben dich".

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(dpa)