Aussage: Angeklagter ist El Kaida-Terrorist: Terrorprozess: Duisburger mit bin Laden gesehen?

Aussage: Angeklagter ist El Kaida-Terrorist : Terrorprozess: Duisburger mit bin Laden gesehen?

Düsseldorf (rpo). Im Düsseldorfer Terrorprozess sind am Mittwoch weitere interessante Einzelheiten bekannt geworden. So soll der mutmaßliche deutsche Terrorist Christian G. aus Duisburg der Computerspezialist der El Kaida gewesen und mit Osama Bin Laden in einer Moschee in Kandahar gesehen worden sein.

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p class="text"><P>Düsseldorf (rpo). Im Düsseldorfer Terrorprozess sind am Mittwoch weitere interessante Einzelheiten bekannt geworden. So soll der mutmaßliche deutsche Terrorist Christian G. aus Duisburg der Computerspezialist der El Kaida gewesen und mit Osama Bin Laden in einer Moschee in Kandahar gesehen worden sein.

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p class="text">Der terrorverdächtige deutsche Islamist Christian G. gehört nach Aussage des Angeklagten im Düsseldorfer Terrorprozess der El Kaida an. Er habe den zum Islam konvertierten Duisburger in Afghanistan gemeinsam mit Bin Laden in einer Moschee gesehen, sagte der 26-jährige Palästinenser in einer Vernehmung durch das Bundeskriminalamt, deren Protokoll am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verlesen wurde. Der Duisburger sei bei dem Terrornetzwerk als Computerspezialist eingesetzt gewesen und habe in Kandahar in einer Siedlung der El Kaida gelebt.

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p class="text">Er habe sich später mehrfach mit Christian G. und weiteren El- Kaida-Anhängern in einer Moschee in Wuppertal getroffen, sagte der Angeklagte aus, der selbst einer islamistischen Terrorzelle der Al Tawhid angehört haben soll. Später habe er gehört, dass Christian G. nach Afghanistan zurückgekehrt sei. Über Anschläge hätten die El Kaida-Leute in seiner Anwesenheit aber nicht gesprochen, dazu sei er mit ihnen zu wenig vertraut gewesen. Sie hätten aber berichtet, dass sie in Deutschland von der Polizei beschattet wurden.

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p class="text">In Paris festgenommen

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p class="text">Christian G. ist nach seiner Abschiebung aus Saudi-Arabien in Paris festgenommen worden und sitzt in Frankreich in Haft. Der Bundesgerichtshof hatte einen von der Bundesanwaltschaft beantragten Auslieferungs-Haftbefehl mangels hinreichender Beweislage nicht genehmigt. Die Ermittler halten den 36-Jährigen für einen Mitwisser des am 11. April 2002 verübten Anschlags auf eine Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba. Bei dem Attentat kamen 21 Menschen, darunter 14 deutsche Urlauber, ums Leben.

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p class="text">Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy hatte Christian G. sogar als "hohen Verantwortlichen von El Kaida" bezeichnet. Deutsche Sicherheitskreise halten dies jedoch für unwahrscheinlich.

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p class="text">Christian G. hatte eingeräumt, sich mehrfach in afghanischen Ausbildungslagern aufgehalten zu haben, wo er "Ibrahim der Deutsche" genannt wurde. Dort soll er den späteren Djerba-Attentäter kennen gelernt haben, der ihn kurz vor dem Anschlag noch angerufen hatte. Auch zu dem Marokkaner Mounir El Motassadeq - wegen Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September 2001 zu 15 Jahren Haft verurteilt - existierte eine Verbindung: Die Ermittler hatten seine Telefonnummer in der Wohnung von Christian G. gefunden.

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p class="text">Geboren wurde er in Polen. Später kam er mit seinen Eltern nach Deutschland und lebte zunächst in Mülheim. Der gelernte Schlosser wohnte zuletzt mit Frau und Kindern in Duisburg. Im November 2002 verließ er Deutschland und zog nach Saudi-Arabien: Ohne Haftbefehl konnte er nicht festgehalten werden.

Im Düsseldorfer Terrorprozess hatte der angeklagte Palästinenser bereits Verbindungen zur El Kaida eingeräumt. Er habe auch Anschläge in Düsseldorf und Berlin geplant. Der Prozess wird für einen Monat unterbrochen und am 1. September fortgesetzt. Bislang sind elf Verhandlungstage absolviert.

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