1. Politik
  2. Deutschland

"Tatort" aus Hamburg: Wie geht es mit Grosz und Falke weiter?

„Tatort“ aus Hamburg : Wie geht’s weiter mit Falke und Grosz?

Im „Tatort“ aus Hamburg ging es um illegale Waffendeals und eine russische Mafia-Familie. Doch der Film wollte zu viel, die Figuren blieben dem Zuschauer fern. Für die nächsten Folgen ist aber auf eine spannendere Dynamik zu hoffen.

Darum ging’s Die Bundespolizei will dem russischen Waffenhändler Viktor Timofejew (Wladimir Tarasjanz) das Handwerk legen, der bislang unbescholten in Hamburg lebt und unter dem Deckmantel eines Handels mit Landmaschinen unter anderem Raketen verkauft. Dafür wurde ein verdeckter Ermittler eingeschleust, doch dessen Einsatz – unter der Leitung der kurz zuvor zur Hauptkommissarin ernannten Julia Grosz (Franziska Weisz) – geht schief: Auf dem Weg nach Zypern explodiert der Privatjet, in dem der Ermittler und der Lieblingsneffe des Händlers, Nicolai (Jakub Gierszal) sitzen. Um herauszufinden, wer ein Interesse am Tod der beiden Männer haben könnte, soll die LKA-Beamtin Marija (Tatiana Nekrasov) ermitteln – in ihrer eigenen Familie: Nicolai war ihr Bruder. 

Die wiederum kennt Falke natürlich irgendwie von früher – ein Muster, das langsam aber sicher etwas alt wird –, und er vertraut ihr, sein Team nicht unbedingt. Und dann sind da noch Ermittlerin Katija (Anja Taschenberg), die tough wirkt, sich aber bei einem früheren Einsatz Hals über Kopf in Nicolai verliebt hat, und der Sohn des Magnaten, Andrej (Nikolay Sidorenko), der lieber jagen geht als Geschäfte zu machen. Eine tödliche Familienfehde also? Mitnichten, wie sich letztlich herausstellt: Hinter dem Mordkomplott, dem dann auch noch Viktor und Andrej zum Opfer fallen, steckt ein Konkurrent, der ebenfalls unter falschem Namen agiert und vielleicht auch etwas mit dem Auslandsgeheimdienst zu tun hat.

Das war nicht so gut Wer im vorangegangenen Absatz den Überblick verloren hat: So dürfte es vielen Zuschauern auch bei „Macht der Familie“ gegangen sein. Nach dem starken Auftakt verliert der Film von Drehbuchautor und Regisseur Niki Stein immer mehr an Stringenz, zu viele Figuren treten auf und wieder ab, zu viele Plottwists laufen ins Leere. Auch die Auflösung und der Showdown am Ende wirken überhastet. Dazu könnte auch beigetragen haben, dass Stein den Krimi umschreiben musste, um den Dreh in der Pandemie zu ermöglichen. So bleibt es ein „Tatort“ mit sehr spannenden ersten 20 Minuten und vielen guten Ideen, die aber leider nicht in einen wirklich guten Film umgesetzt wurden. Schade drum.

Das könnte noch spannend werden Eigentlich schaut man dem Duo Falke/Grosz ja wirklich gerne zu, in der letzten Folge eifersüchtelte sie, als er – mal wieder – in der Ermittlung auf eine alte Bekannte traf. Jetzt lässt sie ihn abblitzen. „Ich bin verabredet“, sagt sie, als er mit ihr noch einen Schnaps trinken gehen will. Und Falke, der in dieser Folge auch noch den Auszug seines Sohnes zu verarbeiten hat, bleibt allein zurück.

Apropos Sohn: Auch hier leidet der Film unter den vielen Ideen – an sich keine schlechte Nebenhandlung, aber der Konflikt wird zu sehr zur Nebensache, um wirklich interessant zu sein. Gleiches gilt für Grosz’ mögliche Affäre mit einem Unbekannten.

Die Dynamik der beiden Ermittler könnte in den nächsten Folgen aber durchaus noch interessant werden. Und das liegt nicht nur im angedeuteten privaten Interesse aneinander. Schließlich ist Grosz jetzt auch Hauptkommissarin und Falke damit gleichgestellt.