Studie „Hassliebe“: Rechtsextremismus und Islamismus verstärken sich gegenseitig

Studie „Hassliebe“ : Rechtsextremismus und Islamismus verstärken sich gegenseitig

Muslimfeindlichkeit und Islamismus im Internet befördern sich laut einer Studie gegenseitig. Das führt in der Folge zu einer weiteren Polarisierung in der Gesellschaft.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag in Berlin vorgestellte Studie unter dem Titel „Hassliebe“ des Institutes für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena und des Institute for Strategic Dialogue in London.

„Extreme Rechte und Islamisten lehnen Freiheit, Pluralismus und Liberalismus ab“, sagte der Politikwissenschaftler Maik Fielitz als einer der Autoren der Studie. Gemeinsam sei beiden Gruppen die Dämonisierung von fremden Gruppen, die eigene Opferidentität, der Antisemitismus und der Glaube an Verschwörungstheorien.

Dabei würden beide Bewegungen von einander lernen: bei Kommunikationsstrategien wie auch bei der Abwehr der Strafverfolgung. „Es geht ihnen darum, die Demokratie notfalls mit Gewalt abzuschaffen und durch einen Führerstaat oder die Scharia zu ersetzen“, sagte Fielitz.

Für die Studie analysierten die Autoren mehr als 10.000 islamistische und rechtsextreme Facebook-Einträge sowie knapp 1,5 Millionen deutschsprachige muslimfeindliche Twitter-Beiträge zwischen 2013 und 2017. Träger des Jenaer Institutes ist die Berliner Amadeu Antonio Stiftung. Das Londoner Institut ist ein 2006 gegründeter Think Tank.

Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung, erklärte zur Studie, islamistische Radikalisierung, antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus müssten zusammengedacht und gemeinsam angegangen werden. Dies müsse künftig in der Präventionsarbeit berücksichtigt werden.

(csr/epd)
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