Offenbar neue Regeln: Studenten können auf weniger Prüfungen hoffen

Offenbar neue Regeln : Studenten können auf weniger Prüfungen hoffen

Berlin (RPO). Der anhaltende Protest zeigt Wirkung: Viele Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen können einem Zeitungsbericht zufolge auf eine geringere Prüfungslast hoffen.

Wie die Tageszeitung "Die Welt" schreibt, hat der sogenannte Akkreditierungsrat in Bonn entsprechende Regelungen getroffen. Das Gremium ist für die Regeln verantwortlich, nach denen diese neue Studiengänge in Deutschland anerkannt werden.

Nach Informationen des Blatts darf künftig jedes der sogenannten Module nur noch mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Die neuen Studiengänge gliedern sich in Module, die sich wiederum aus Vorlesungen, Seminaren oder Praktika zusammensetzen. Bisher wurde häufig jedes Element geprüft. "Wir haben die Studierbarkeit der Studiengänge jetzt in den Mittelpunkt gerückt", sagte der Vorsitzende des Rates, der Jenaer Romanist Reinhold Grimm, der "Welt" zufolge.

Wie das Blatt weiter schreibt, sollen die von dem Gremium beauftragten zehn Akkreditierungsagenturen die Richtlinien ab sofort auf neue Studiengänge anwenden. "Alle bereits bestehenden Studiengänge werden in den kommenden zwei Jahren überprüft, dann wird die Vorgabe auch hier angewandt", wurde Grimm weiter zitiert.

Es soll mehr Wahlmöglichkeiten geben

Die Gutachten der Akkreditierungsagenturen müssten in Zukunft veröffentlicht werden. Diese Maßnahme solle das Entstehen neuer Studiengänge transparenter machen. Künftig wolle der Akkreditierungsrat auch darauf achten, dass die Studiengänge innerhalb der Module Wahlmöglichkeiten lassen. "Module müssen so viele Elemente enthalten, dass nach persönlichem Interesse entschieden werden kann", sagte Grimm. Die Beschlüsse seien ein Befreiungsschlag, der die Verschulung der Studiengänge aufhalte und rückgängig mache.

In den vergangenen Wochen hatten Studierende an den Hochschulen im gesamten Bundesgebiet immer wieder gegen überfüllte Hörsäle, Studiengebühren und verschulte Studiengänge protestiert. Die Hochschüler fordern unter anderem mehr Geld für Bildung und Reformen bei den Bachelor- und Masterstudiengängen, die bis 2010 flächendeckend in Europa eingeführt werden sollen. Das zweistufige Studiensystem ist Teil des sogenannten Bologna-Prozesses.

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(AP/felt)