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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Strengste Fracking-Regeln" geplant

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks : "Strengste Fracking-Regeln" geplant

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat der umstrittenen Gasfördertechnologie Fracking in Deutschland eine weitgehende Absage erteilt. "Fracking zur Förderung von Schiefer- und Kohleflözgas wird es zu wirtschaftlichen Zwecken auf absehbare Zeit bei uns nicht geben", sagte Hendricks unserer Redaktion.

Der Schutz der menschlichen Gesundheit und des Trinkwassers habe "absolute Priorität". Die Ministerin kündigte an, mit den geplanten gesetzlichen Regelungen zum Fracking "die strengsten Regeln einzuführen, die es in diesem Bereich jemals gab".

Damit reagiert Hendricks auf ein Gutachten des Umweltbundesamtes (UBA), das am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Die Behörde empfiehlt darin, dass in Deutschland auf Fracking zur Gasgewinnung so lange verzichtet werden sollte, bis die Risiken erforscht seien und ein umfassender Gesetzeskatalog in Kraft sei.

Inhaltlich begrüßt Umweltministerin Hendricks das Papier, auch weil sie sich davon in ihrer eigenen Politik gestützt sieht. "Das Gutachten bestätigt den Kurs der Bundesregierung, dass wir strenge gesetzliche Regelungen brauchen", sagte Hendricks. Vor wenigen Wochen hatte sie sich mit Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel auf Eckpunkte für solche gesetzlichen Regelungen verständigt. "Wir arbeiten daran, dass diese Eckpunkte in verschiedene Gesetzesänderungen einfließen", so Hendricks. Bei der Ausgestaltung leiste das Gutachten "wichtige Hilfestellung". Der Gesetzentwurf soll offenbar nach der Sommerpause in die Ressortabstimmung gehen. Einen genauen Zeitplan gebe es aber noch nicht, hieß es aus Regierungskreisen.

Beim "Hydraulic Fracturing", kurz Fracking, wird ein Mix aus Wasser, Sand und Chemikalien mit hohem Druck durch Bohrlöcher in den Boden gepresst, um Erdgasvorräte aus bis zu 2,5 Kilometer Tiefe zu fördern. Kritiker warnen vor den bisher unabsehbaren Folgen des Chemikalieneinsatzes.

(jd)