Gezerre um Leopard-Panzer Die Kritik an Scholz ist maßlos

Meinung | Berlin · Die Debatte um die Leopard-Lieferungen an die Ukraine eskaliert und der Druck auf den Bundeskanzler in Sachen Panzerlieferung nimmt enorm zu. Dabei hat Olaf Scholz durchaus auch starke Argumente für seine Zögerlichkeit.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärt in Brüssel, warum er erstmals Schützenpanzer in die Ukraine liefert. Gleichzeitig nimmt der Druck zu, auch den Kampfpanzer Leopard 2 an das Land zu geben.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärt in Brüssel, warum er erstmals Schützenpanzer in die Ukraine liefert. Gleichzeitig nimmt der Druck zu, auch den Kampfpanzer Leopard 2 an das Land zu geben.

Foto: dpa/Virginia Mayo

Es ist nicht leicht, angesichts der aufgeheizten Stimmung über die Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine kühlen Kopf zu bewahren. Die Nato-Verbündeten im Osten drängen, die Koalitionspartner FDP und Grünen kritisieren offen den Kanzler, und die Amerikaner setzen Olaf Scholz unter Druck, ohne selbst ihre kampfstarken Abrams-Panzer zu liefern. Lange wird der Bundeskanzler diesem Druck nicht standhalten können. Aber die scharfe Kritik insbesondere von Seiten der Düsseldorfer FDP-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann schießt über das Ziel hinaus. Dem Kanzler „Versagen“ vorzuwerfen, dessen Zögern als „Katastrophe“ zu bezeichnen und zu erklären, dass seine Haltung „kein gutes Licht auf uns wirft“, bringt Deutschland in einen unerhörten Zugzwang, der womöglich zu falschen Ergebnissen führt.