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Bund und Länder erzielen Durchbruch: Steuerkompromiss: Schluss mit "Cash-GmbH" und "Goldfinger"

Bund und Länder erzielen Durchbruch : Steuerkompromiss: Schluss mit "Cash-GmbH" und "Goldfinger"

Nach monatelangen Verhandlungen haben Bund und Länder ihren Streit im Steuerrecht beigelegt. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat beschloss am Mittwochabend ein Kompromisspaket, das die Schließung bestimmter Steuerschlupflöcher vorsieht, wie der Bundesrat mitteilte.

Damit griff der Ausschuss Bedenken der Länder auf, die vor massiven Steuerausfällen gewarnt hatten. Der Konsens über das Jahressteuergesetz 2013 solle noch in dieser Woche Bundestag und Bundesrat zur Bestätigung vorgelegt werden.

Die Kompromissregelung betrifft den Angaben zufolge vor allem vermögende Bürger und Unternehmen. Einschränkungen sieht sie unter anderem bei den "Cash-GmbHs" vor, die es Erben bislang ermöglichten, große private Geldvermögen als Betriebsvermögen zu deklarieren und damit die Erbschaftsteuer drastisch zu reduzieren. Nach dem Vermittlungsvorschlag darf eine solche GmbH nur noch 20 Prozent des Vermögens enthalten.

Das als "Goldfinger" bezeichnete Steuersparmodell mittels An- und Verkauf von Gold über Firmen nach ausländischem Recht will der Vermittlungsausschuss gänzlich aus dem Einkommensteuergesetz streichen.

Ebenfalls begrenzt werden soll die Möglichkeit für Immobilienunternehmen, durch Anteilstausch über so genannte RETT-Blocker die Grunderwerbsteuer zu vermeiden. Der Anwendungsbereich wird stark eingegrenzt.

(AFP)