Auszeit von der Politik: Steinmeier spendet seiner Frau eine Niere

Auszeit von der Politik : Steinmeier spendet seiner Frau eine Niere

Berlin (RPO). SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier wird sich vorübergehend aus der Politik zurückziehen. Wie Steinmeier am Montag in Berlin mitteilte, wird er seiner erkrankten Ehefrau Elke Büdenbender eine Niere spenden. Er rechne damit, dass er im Oktober wieder zurückkomme. Die Amtsgeschäfte als Fraktionsvorsitzender soll so lange Finanzexperte Joachim Poß übernehmen.

Als Anlass für Steinmeiers vorübergehenden Rückzug aus der Politik wird angegeben, dass bei seiner Frau sei eine fortgeschrittene Nierenschädigung festgestellt worden sei. Ihr gesundheitlicher Zustand habe sich in den vergangenen Wochen akut zugespitzt. Wegen der langen Wartezeiten für Spendernieren habe sich die Familie zu einer Lebendspende entschieden.

Steinmeier will sich nach eigenen Angaben noch am Montag in ärztliche Obhut begeben. Die Operation für die Verpflanzung der Niere solle im Laufe dieser Woche stattfinden. Er gehe davon aus, dass er im Verlauf des Oktobers wieder seine Arbeit aufnehmen werde, sagte Steinmeier. Er habe den dienstältesten SPD-Abgeordneten Joachim Poß gebeten, seine Geschäfte als Fraktionsvorsitzender in dieser Zeit zu übernehmen. Der ehemalige Außenminister hatte den Posten des Fraktionschefs nach der Bundestagswahl im vergangenen September übernommen.

Steinmeier und Büdenbender sind seit 1995 verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter, die im Frühjahr 1996 geboren wurde. Kennengelernt haben sich beide 1988 an der Universität in Gießen, wie Steinmeier auf seiner Internet-Seite mitteilt. Büdenbender ist Richterin am Berliner Verwaltungsgericht mit dem Fachgebiet Sozialrecht.

"Elke hatte nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau ihr Abitur auf dem Kolleg nachgeholt und sich durchgebissen bis zum Studium", schreibt Steinmeier auf seiner Webseite. "Zusammen gingen wir nach Hannover, wo sie ihr Referendariat begann." Ironischerweise sei seine Frau dann sogar früher als er in Berührung mit der Außenpolitik gekommen. "Als Referendarin absolvierte sie ein Praktikum bei der Deutschen Botschaft in Washington und wurde rasch zur Expertin für amerikanische Innenpolitik - mit kritischem Blick auf die sozialen Defizite der US-Gesellschaft".

Auf der Homepage betont Steinmeier ausdrücklich seine Familienbindung. "Meine Mitarbeiter wissen schon, dass ich alles versuche, um wenigstens einmal in der Woche bei meiner Familie zu sein. Dann gehe ich oft mit meiner Tochter ins Kino".

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(afp/rm)