„Compact with Africa“ Steinmeier ruft Afrika und Europa zu engerer Zusammenarbeit auf

Berlin · Um ihr Gewicht in der Welt zu erhöhen, hat Frank-Walter Steinmeier zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika aufgerufen. „Wir sind stärker, wenn wir gemeinsam handeln“, sagte der Bundespräsident am Montag.

 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begrüßt Moussa Faki Mahamat, Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union, anlässlich des „Compact with Africa“·am Schloss Bellevue.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begrüßt Moussa Faki Mahamat, Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union, anlässlich des „Compact with Africa“·am Schloss Bellevue.

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Staaten Afrikas und Europas zu einer engeren Zusammenarbeit aufgerufen, um ihr Gewicht in der Welt zu erhöhen. „Wir sind stärker, wenn wir gemeinsam handeln“, sagte er am Montag bei einem Mittagessen für Staats- und Regierungschefs zahlreicher afrikanischer Staaten, die zu dem Kongress „Compact with Africa“ nach Berlin bekommen waren. „Auf der Weltbühne haben wir nur dann ein Gewicht, wenn wir – wo es nur geht – für unsere Kontinente mit einer Stimme sprechen. Und mehr noch: Wenn wir als Europäische Union und Afrikanische Union gemeinsame Positionen definieren und durchsetzen.“

Die Staaten Europas und Afrikas sollten sich nicht in Abgrenzung zueinander definieren, sondern durch Gemeinsamkeiten, sagte Steinmeier laut veröffentlichtem Redetext weiter. Dies sei seine Hoffnung für diesen Kongress: „Lassen Sie uns ein Zeichen setzen gegen die Spaltung der Welt, gegen die Bi-Polarisierung.“

„Compact with Africa“ geht auf eine Initiative Deutschlands während seines Vorsitzes in der Gruppe der G20-Staaten 2017 zurück. Diese zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den teilnehmenden Staaten zu verbessern, um sie attraktiver für ausländische private Investitionen zu machen. Inzwischen gehören 13 Länder des afrikanischen Kontinents der Staatengruppe an: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana, Guinea, die Demokratische Republik Kongo, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo, und Tunesien. Weitere Staaten sind an einer Aufnahme interessiert.

„In der internationalen Gemeinschaft müssen die Kräfte zusammenstehen, die bereit sind, die internationale Ordnung zu verteidigen“, sagte Steinmeier. „Und ich bin überzeugt: Afrika als Kontinent kommt hier eine ganz entscheidende Rolle zu.“

Beim „Compact with Africa“ gehe es vorrangig um die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen, Investitionen der Privatwirtschaft seien unverzichtbarer Bestandteil wirtschaftlicher Entwicklung, sagte Steinmeier. Er erinnerte die Staats- und Regierungschefs Afrikas daran, dass Unternehmen dort investierten, wo sie gute Chancen sähen. „Dafür brauchen sie Rechts- und Planungssicherheit. Diese Voraussetzungen zu schaffen, sie weiter zu verbessern, liegt natürlich in erster Linie in Ihren Händen.“ Kernidee von „Compact with Africa“ sei aber, die Staaten dabei zu unterstützen.

(dpa/albo)