1. Politik
  2. Deutschland

Finanzminister attackiert Banker: Steinbrück kritisiert "unmoralische Raffgier"

Finanzminister attackiert Banker : Steinbrück kritisiert "unmoralische Raffgier"

Berlin (RPO). Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) dämpft Erwartungen auf ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise. "Wir haben jetzt einen scharfen Absturz, aber aufwärts wird es irgendwann nur sehr, sehr langsam gehen. Das wird Jahre dauern. Wenn wir Glück haben, beginnt es 2010."

Das sagte Steinbrück laut einem Vorabbericht des Hamburger Magazins "Stern". Scharfe Kritik äußerte der Finanzminister an der "unmoralischen Raffgier" einzelner Banker.

Er erwarte im Mai erhebliche Einbrüche bei den Steuereinnahmen, sagte Steinbrück. Auch die Wachstumsprognose, die die Regierung im April vorlegen wird, werde "deutlich schlechter sein" als die letzte, die ein Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes um 2,25 Prozent vorhergesagt hatte.

Der Finanzminister kritisierte ehemalige Bankvorstände der HRE, der Dresdner Bank und der KfW, die Abfindungen und Pensionen einklagen. "Diese Leute haben ihre Institute an die Wand gefahren und jetzt plündern sie sie noch aus", sagte Steinbrück. Diese Maßlosigkeit könne dazu führen, dass auch in deutschen Wohnvierteln "die Autos brennen" und der "Finanzkapitalismus irgendwann zugrunde gehen" könnte.

Von dem G-20-Treffen der Staats- und Regierungschefs in London erhofft sich der Finanzminister, dass die Staatengemeinschaft Verkehrsregeln für die Finanzmärkte erlässt. "Die Zeit der Exzesse ist vorbei", sagte Steinbrück. "Das Kapital muss damit rechnen, dass die Ampel gelegentlich auf Rot steht."

Trotz der wirtschaftlichen Krise lehnte Steinbrück ein weiteres Konjunkturpaket ab. Würde sich der Staat noch weiter verschulden, könnte er damit eine neue Krise auslösen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Peer Steinbrück

(DDP)