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Kommentar zum SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrück ist Opfer der eigenen Rhetorik

Kommentar zum SPD-Kanzlerkandidat : Steinbrück ist Opfer der eigenen Rhetorik

Erneut hat der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, für Aufsehen durch polarisierende Äußerungen gesorgt. Die Aussage, dass das Gehalt des deutschen Kanzlerin zu niedrig sei, irritiert sowohl Wähler aus auch Parteigenossen. Ein Kommentar.

Natürlich hat Peer Steinbrück recht. Wer so viel Verantwortung, Arbeit und Kritik wie ein Kanzler aushalten muss, hat ein besseres Gehalt verdient als ein Sparkassendirektor. Die 17.000 Euro im Monat, die ein Kanzler respektive eine Kanzlerin erhält, sind zwar kein Klacks, aber im Vergleich zu den Einkommen von Wirtschaftsgrößen verschwindend gering.

Aber Peer Steinbrück hat auch unrecht. Denn in einer funktionierenden Demokratie sind die herausragenden Positionen der Politik nicht die bestbezahlten des Landes. Nicht umsonst verlangt man von Politikern Bodenständigkeit. Das sollte auch im Gehalt seinen Ausdruck finden. So altmodisch es klingt: Ein Politiker und erst recht ein Kanzler dient dem Allgemeinwohl. Die Aura, die das Amt umgibt, auch die Gestaltungsmacht entschädigen für den gewaltigen Einsatz, den ein Regierungschef zu leisten hat.

Man muss Steinbrück zugute halten, dass er das alles nicht so gemeint hat. Er wollte nur ausdrücken, dass Politiker nicht des Geldes wegen nach Ämtern streben. Mit seiner zuspitzenden Art ist er Opfer der eigenen Rhetorik geworden. Aber er sollte schon aufpassen, um bei heiklen Themen wie Honoraren und Gehältern nicht das letzte Vertrauen zu verspielen.

(kes)