Vollkasko-Mentalität Stehen die Deutschen sich selbst im Wege?

Analyse | Düsseldorf · Sind die Deutschen zu risikoscheu, um geschmeidig durch die Pandemie zu kommen? Die Aufregung um Astrazeneca legt das nahe. Doch die Mentalitätsdebatte greift zu kurz.

 Das Logo am Gebäude des internationalen Pharmakonzerns Astrazeneca in Wedel in Schleswig-Holstein. Das britisch-schwedische Unternehmen stellt einen der derzeit in der EU zugelassenen Coronavirus-Impfstoffe her. Dieser soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern fortan in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

Das Logo am Gebäude des internationalen Pharmakonzerns Astrazeneca in Wedel in Schleswig-Holstein. Das britisch-schwedische Unternehmen stellt einen der derzeit in der EU zugelassenen Coronavirus-Impfstoffe her. Dieser soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern fortan in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

Foto: dpa/Georg Wendt

  Nun wird in Deutschland um den Fortgang der Impfkampagne gebangt. Nach der Notbremse und der neuerlichen Anwendungsänderung beim Impfstoff von Astrazeneca ist überall vom Vertrauen die Rede, das unbedingt bewahrt werden müsse. Die Bürger werden beschworen, aus Skepsis nicht in Panik zu geraten und weiter zur Impfung zu gehen. Wenn sie denn an der Reihe sind. Dass es beim Hin und Her um Astrazeneca sehr kühl um die Abwägung von Nutzen und Risiken geht, wird lieber nicht so deutlich besprochen. Lieber heißt es, der Impfstoff sei wirksam. Was stimmt, aber letztlich darauf zielt, dass der Nutzen durch verhinderte Corona-Tote die Risiken schwerer Thrombosefälle überwiegt.