Bildungspolitik NRW: Stahl deutet Änderungen bei Kopfnoten an

Bildungspolitik NRW : Stahl deutet Änderungen bei Kopfnoten an

Düsseldorf (RPO). Offenbar werden die umstrittenen Kopfnoten wieder in Frage gestellt: Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Stahl, hat Änderungen in der NRW-Schulpolitik angedeutet. "Politik muss immer korrekturfähig sein", sagte Stahl am Dienstag in Düsseldorf. Die Koalition werde neu über die Kopfnoten "im Lichte der Empirie" entscheiden.

Wenn das Ziel, das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler zu beurteilen, auf anderem Wege besser erreicht werden könne, werde die CDU dies prüfen. Die Wiedereinführung von Kopfnoten hatte heftigen Widerstand bei Eltern, Lehrern und Schülern an den nordrhein-westfälischen Schulen ausgelöst.

Stahl verteidigte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) gegen Kritik. Sommer habe die "volle Rückendeckung" der CDU-Abgeordneten, betonte der Fraktionschef. "Diese Ministerin hat zahlreiche bitternotwendige Reformen an den Schulen durchgesetzt", sagte Stahl. Medienberichte über eine Zusammenlegung des Schulministeriums mit dem FDP-geführten Wissenschaftsministerium wies Stahl zurück. "Diese saure Gurke wird im Sommerloch verrotten", sagte Stahl.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende präsentierte die Ergebnisse einer Umfrage der Meinungsforscher von dimap consult im Auftrag der Christdemokraten. 1004 Bürger waren zu aktuellen Fragen der NRW-Schulpolitik befragt worden. 84 Prozent der Befragten klagten über den Lehrermangel an den Schulen. 73 Prozent kritisierten einen weiterhin zu hohen Stundenausfall. Nur 28 Prozent sprachen sich demnach für mehr Gesamtschulen aus. 63 Prozent der Befragten forderten den Erhalt der Hauptschule.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) lehnte am Dienstag einen Kommentar zu Medienberichten über personelle Konsequenzen im Schulministerium ab. "Es gibt nichts Neues", sagte Rüttgers bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei. Angeblich soll der Sprecher des Schulministeriums bald abgelöst werden. Die Opposition hatte Rüttgers mehrfach aufgefordert, auch die Schulministerin zu entlassen. Sommer war aufgrund von Pannen beim Zentralabitur und wegen der verkürzten Abiturzeit in die Kritik geraten.

(afp)
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