SPD-Regionalkonferenz: Simone Lange und Alexander Ahrens ziehen Kandidatur überraschend zurück

SPD-Vorsitz : Lange und Ahrens ziehen Kandidatur auf offener Bühne zurück

Da waren es nur noch 15: Zum Start des Castings der SPD-Kandidaten ziehen überraschend zwei Bewerber zurück - und unterstützen ein anderes Duo. Die meisten wollen die SPD mit der Betonung auf Gerechtigkeit wieder aufrichten.

Zum Start der Deutschlandtour der Kandidaten für den SPD-Vorsitz hat sich das Bewerberfeld überraschend verkleinert. Das Kandidatenduo Simone Lange und Alexander Ahrens zog seine Bewerbung am Mittwoch in Saarbrücken zurück. Die Flensburger Oberbürgermeisterin und der OB von Bautzen unterstützen stattdessen den Ex-Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, der gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken antritt. Das sagte Lange bei der ersten Regionalkonferenz der Kandidaten.

Ahrens und sie wollten ihre Kraft und Unterstützung übergehen lassen auf das Team von Walter-Borjans und Esken. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Lange, sie und Ahrens zögen ihre Bewerbung zurück. Somit treten noch 15 Kandidatinnen und Kandidaten gegeneinander an. Lange sagte: „Wir sind nicht weg, wir werden weiter Wahlkampf machen.“

Die Suche nach einem neuen Vorsitz war nötig geworden, nachdem Andrea Nahles im Juni vom Partei- und Fraktionsvorsitz zurückgetreten war. Kommissarisch übernahmen Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel den Parteivorsitz.

Mit Spannung wird das Abschneiden der Favoriten erwartet. Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz tritt gemeinsam mit der Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz an. „Wir Sozialdemokraten müssen darauf bestehen, dass alle gleich viel wert sind“, sagte Scholz. Auch andere Kandidaten riefen dazu auf, die SPD wieder stärker als Partei der sozialen Gerechtigkeit und der sozialen Sicherheit erkennbar werden zu lassen.

Walter-Borjans, der sich als NRW-Finanzminister mit dem Ankauf sogenannter Steuer-CDs einen Namen gemacht hat, sprach sich für mehr Glaubwürdigkeit für die SPD aus. Die Partei habe den Kontakt zu den Menschen ein Stück weit verloren.

Für den Bundestagabgeordneten Karl Lauterbach ist das Rennen „eine Richtungswahl“. Er sagte: „Im Prinzip steht ja die Frage im Raum: Geht die große Koalition weiter, ja oder nein?“ Er tritt für einen Austritt aus dem Regierungsbündnis ein. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius rief zu mehr Geschlossenheit in der Partei auf.

Auf die insgesamt 23 Regionalkonferenzen folgt eine Mitgliederbefragung online und per Brief. Erhält niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichabstimmung. Das Ergebnis soll von den Delegierten des SPD-Parteitags Anfang Dezember in Berlin bestätigt werden.

(zim/dpa/AFP)
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