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Ausgaben der Kommunen: So viel Personal braucht unsere Verwaltung

Ausgaben der Kommunen : So viel Personal braucht unsere Verwaltung

Düsseldorf (rpo). Ob Müllabfuhr, Kindergärten oder Sportplätze, die Städte und Gemeinden kümmern sich um alle Dinge, die Bürger direkt betreffen. Doch setzen sie das Geld der Steuerzahler effektiv ein oder verschwindet es beim Verwaltungspersonal? Denn in NRW gibt es immense Unterschiede in puncto Personalkosten, schwanken die prozentualen Anteile pro Stadt zwischen elf und 29 Prozent des Gesamthaushalts.

Im Schnitt geben die Städte in NRW 468 Euro pro Einwohner und Jahr für ihr Personal aus. Dabei variiert der Anteil der Personalkosten am Verwaltungshaushalt jedoch beträchtlich. Die Stadt Oberhausen wendet beispielsweise 11,4 Prozent, die Stadt Mettmann hingegen 27,3 Prozent ihres Haushaltes für Beamte, Angestellte und Arbeiter auf.

"Die Zahlen lassen sich so nicht vergleichen", sagt Reinhold Salwski, Kämmerer der Stadt Mettmann. "Wir nehmen viele Aufgaben mit eigenem Personal wahr, die andere Städte an private Träger vergeben haben, insgesamt sind das rund 160 Stellen." Würde Mettmann den Baubetriebshof und die acht Kindertagestätten nicht mehr in Eigenregie betreiben, läge die Stadt mit einem Schlag bei einer Personalkostenquote von 367 Euro pro Einwohner." Salewski hält die jetzige Situation jedoch für vorteilhafter: "Dadurch, dass wir die Leistungen selbst erbringen, sparen wir 20 bis 25 Prozent an Kosten, 16 Prozent davon einfach, weil die Privaten Mehrwertsteuer auf ihre Leistungen berechnen müssen."

Kein Grund zur Entwarnung

Obwohl seine Stadt so positiv in dem Vergleich aussieht, hält auch der Sprecher der Stadt Oberhausen die Zahlen für wenig aussagekräftig: "Wir haben zwar unsere Personalkosten in den vergangenen Jahren stabil gehalten und fahren seit Mitte der 90er ein Konsolidierungskonzept, aber wir haben auch einige Vorteile", sagt Rainer Suhr. So habe Oberhausen beispielsweise kein städtisches Krankenhaus, das bei einer Stadt dieser Größe eigentlich üblich sei.

Eberhard Kanski vom Bund der Steuerzahler verteidigt seine Statistik dennoch: "Die Städte haben immer eine Ausrede. Düsseldorf macht beispielsweise seine besonderen Aufgaben als Landeshauptstadt geltend, doch Landeshauptstädte wie Hannover und Stuttgart schaffen das mit weniger Personalkosten." Ebenso ließen sich Meschede und Mettmann vergleichen. Meschede käme mit einer Personalausgabenquote von 17,4 Prozent (365 Euro pro Einwohner) aus.

Gerade dieses Beispiel scheint jedoch dem Mettmanner Kämmerer Recht zu geben, denn bezogen auf den gesamten Verwaltungshaushalt liegen die Kosten pro Einwohner in Meschede bei 2.095 Euro — in Mettmann hingegen bei 1.907 Euro, also 188 Euro niedriger. Einen positiven Effekt hat die Statistik des Steuerzahlerbundes jedoch: Die Städte haben noch einmal genauer hingesehen, wo das Geld bleibt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Was wir für die Stadtbediensteten zahlen