Sigmar Gabriel geht als Gastdozent nach Harvard

Gastvorträge an Elite-Uni : Sigmar Gabriel geht als Gastdozent nach Harvard

Neue Aufgabe für Sigmar Gabriel: Der frühere SPD-Chef und Außenminister wird im Herbst drei Wochen lang an der amerikanischen Elite-Universität Harvard tätig sein.

Wie sein Wahlkreisbüro am Mittwoch mitteilte, werde Gabriel auf Einladung der Universität Vorträge halten, an Konferenzen teilnehmen und mit Studenten, Wissenschaftlern und Politikern diskutieren. Gabriel bezeichnete die Einladung als Ehre und Privileg. „Die Harvard-Universität gehört für mich weltweit zu den interessantesten Orten, an denen sich kritische Köpfe mit den Herausforderungen der Weltpolitik auseinandersetzen.“

Insbesondere freue er sich darauf, die Gastrede zu halten und an der Harvard-Konferenz „The Summit on the Future of Europe“ (Gipfel zur Zukunft Europas) teilzunehmen. Zuletzt war Gabriel bereits in das Kuratorium der renommierten, auf Konfliktanalysen spezialisierten International Crisis Group berufen worden.

Zudem soll er nach Ablauf einer Karenzzeit von mindestens einem Jahr nach Ausscheiden aus dem Amt im Frühjahr 2019 in den Verwaltungsrat des neuen Zug-Konzerns des Siemens-Konzerns und des französischen Unternehmens Alstom einziehen. Die Vergütung des Postens liegt bei 55.000 bis 60.000 Euro pro Jahr.

Im Rahmen der seit mehr als 50 Jahren bestehenden Fellowship kommen jährlich bis zu drei Deutsche aus Politik und Medien für kurze Zeit nach Harvard. Eine Mitteilung der Universität zitierte Gabriel mit den Worten. „Nachdem ich den Großteil meines Berufslebens im öffentlichen Dienst verbracht habe, ist es nun ein Privileg für mich, Kontakt zu der dynamischen intellektuellen Umgebung des Zentrums für Europäische Studien zu knüpfen.“

2017 war die Medienwissenschaftlerin und Journalistin Miriam Meckel („Wirtschaftswoche“) in Harvard. In früheren Jahren gehörten Politiker wie Bernhard Vogel (CDU) und Hans-Jürgen Wischnewski zu den Fellows.

Gabriel war nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen und Bildung einer erneuten großen Koalition von der neuen SPD-Spitze um Andrea Nahles und Olaf Scholz nicht mehr für die Bundesregierung berücksichtigt worden - obwohl er seinerzeit laut Umfragen der beliebteste SPD-Politiker war.

(das/dpa)
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