Bundeswehr Seelisch erkrankt aus dem Einsatz zurück

Die Zahl der unter Posttraumatischen Belastungsstörungen leidenden Soldaten ist nach Angaben der Bundesregierung im vergangenen Jahr erneut deutlich auf insgesamt 1116 gestiegen.

 Der Afghanistan-Einsatz (hier ein Hubschrauberflug im November 2019) liegt bei den traumatisierenden Erlebnissen weiter an erster Stelle.

Der Afghanistan-Einsatz (hier ein Hubschrauberflug im November 2019) liegt bei den traumatisierenden Erlebnissen weiter an erster Stelle.

Foto: Bundeswehr/Jana Neumann/Jana Neumann

Die Zahl der seelisch erkrankten Bundeswehrsoldaten ist auch im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Wie die Bundesregierung auf AfD-Anfrage mitteilte, nahm die Zahl der neu von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) betroffenen Soldaten von 290 auf 301 zu, die Anzahl der insgesamt psychisch erkrankt aus den Einsätzen zurückgekehrten und noch immer darunter leidenden Soldaten stieg von 982 auf 1116. Das entspricht einer Steigerung von 13,7 Prozent. Die Psychiater und Psychotherapeuten der Bundeswehr verzeichneten über 3000 Behandlungskontakte. Diese Zahl stieg von 2448 im Jahr 2019 auf 3064 im vergangenen Jahr.

Bei den Gesamtzahlen liegt der Afghanistan-Einsatz als Auslöser für die Belastungsstörungen weiterhin mit 794 davon betroffenen Soldaten an der Spitze. 128 Erkrankungen gehen auf den Kosovo-Einsatz zurück, aber alle anderen Einsätze zusammen führten inzwischen ebenfalls zu 194 erkrankten Soldaten. Im Vierjahresvergleich wird der Trend noch deutlicher. Dann ergibt sich bei der Gesamtzahl aktuell betroffener Soldaten eine Steigerung von über 42 Prozent (784 im Jahr 2017 auf zuletzt 1116).

Der AfD-Abgeordnete René Springer beklagt angesichts dieser Entwicklung fortbestehende Defizite bei der Truppe. Noch immer fehle es der Bundeswehr an einer „umfassenden Strategie zur Prävention und Behandlung einsatzbedingter psychischer Erkrankungen“, sagte Springer. Die Soldaten hätten dagegen die „bestmögliche Gesundheitsversorgung“ verdient. Auch der Verzicht auf Einsätze werde damit zu einem „Beitrag zum Gesundheitsschutz“.

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