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Kritik an Union und SPD: Seehofer sieht CSU im Aufwind

Kritik an Union und SPD : Seehofer sieht CSU im Aufwind

Berlin (RPO). Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sieht seine Partei nach dem Debakel bei der Landtagswahl wieder im Aufwind. "Die CSU hat sich nicht nur stabilisiert. Wir sind wieder im Steigflug", sagte der CSU-Vorsitzende in einem Interview.

Kritisch äußerte sich der CSU-Chef zum Zustand der Union. Mit deren Umfrageergebnissen sei er "noch nicht ganz zufrieden". Das bürgerliche Potenzial in Deutschland sei wesentlich größer als das, was die Union in Umfragen erreiche.

Gleichzeitig wies Seehofer auf die Bedeutung der bevorstehenden Europa- und Bundestagswahl auch für seine Person hin. "Jemand, der wie ich in solcher Verantwortung steht, wird zwangsläufig an Ergebnissen gemessen", sagte er dem Magazin "Focus". Deswegen seien die beiden Wahlen "für das Wirken der neuen CSU ein wichtiger Maßstab".

Er wolle seine Partei "von der größten Niederlage ihrer Geschichte — dem Verlust der absoluten Mehrheit in Bayern — zurück zu großen Erfolgen führen", so Seehofer. Gleichzeitig kritisierte der CSU-Chef die SPD und ihren Vorsitzenden Franz Müntefering. Dieser bezeichne Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ständig als entscheidungsschwach, könne ihr aber "in Wahrheit nicht das Wasser reichen".

Die SPD solle nicht weiter versuchen, im Bundestags-Wahlkampf mit persönlichen Angriffen auf Merkel zu punkten, sagte Seehofer. Die ersten Sozialdemokraten hätten auch schon begriffen, dass dies der falsche Weg sei. Dass die SPD ihn und seine Partei hart kritisiere, dafür habe er Verständnis: "Die CSU und ich persönlich werden als Schutzmacht der kleinen Leute gesehen. Bundesweit wird das der SPD auch im Wahlkampf wehtun."

(AP)