Vertrag für bessere Zusammenarbeit Bildungssysteme in Deutschland sollen einheitlicher werden

Berlin/Mainz · Seit Jahren wird in Deutschland darüber gestritten, welches Bundesland vermeintlich bessere Schulen oder das „beste“ Abitur hat. Die Bildungsminister der Länder haben nun vereinbart, dass es mehr Einheitlichkeit geben soll.

 Nach jahrelangen Verhandlungen hat sich die Kultusministerkonferenz auf ein einheitlicheres Schulsystem geeinigt.

Nach jahrelangen Verhandlungen hat sich die Kultusministerkonferenz auf ein einheitlicheres Schulsystem geeinigt.

Foto: dpa/Marijan Murat
  • Grundschule Für Kinder, die in die Grundschule kommen, sollen einheitliche Standards für sprachliche und mathematische Kompetenzen und entsprechende Förderung gesetzt werden. Dafür soll die KMK gemeinsam mit der Jugend- und Familienministerkonferenz eine Empfehlung erarbeiten. Die Länder wollen sich zudem auf einen Gesamtstundenrahmen und einen Mindeststundenumfang in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht in der Grundschule verständigen. Die Vermittlung der Schreibschrift wird betont, ebenso ein einheitlicher Rechtschreibrahmen.
  • Nach der Grundschule Im sogenannten Sekundarbereich I - also den ersten Jahren nach der Grundschule - soll das Namenschaos in Deutschland geordnet werden. Hier gibt es in jedem Land andere Bezeichnungen: Hauptschule, Realschule, Mittelschule, Regelschule, Oberschule oder Stadtteilschule. „Zur Erhöhung der Transparenz und damit Akzeptanz prüfen die Länder die Möglichkeit einer einheitlicheren Namensgebung für die Schularten“, heißt es im Beschluss der KMK. Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) konkretisierte am Donnerstag, dass es um einen Namenszusatz gehe, so dass sofort ersichtlich wird, welcher Abschluss sich hinter welchem Schulnamen verbirgt. Zudem sollen einheitliche Regelungen im Sekundarbereich I zur Wochenstundenzahl der Fächer und Lernbereiche im Pflicht- und Wahlpflichtunterricht geschaffen werden.
  • Abitur Die Länder verpflichten sich dazu, dass ab 2023 die Hälfte der Aufgaben für die Abi-Prüfungen in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch aus gemeinsamen Aufgabenpools kommen soll. Das soll ab 2025 dann auch für Biologie, Chemie und Physik gelten. Solche gemeinsamen Aufgabenpools gibt es jetzt schon für Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch. Allerdings gibt es bisher keine Pflicht, daraus auch Aufgaben zu verwenden.
(sed/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort