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Kanzlerfrage: Schröder will offenbar wirklich den Job teilen

Kanzlerfrage : Schröder will offenbar wirklich den Job teilen

Hamburg (rpo). Die Kanzlerfrage wird nach der Wahl heiß diskutiert - Jobsharing-Modelle geistern durch die Republik. Jetzt will Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) offenbar auf seine Konkurrentin Angela Merkel (CDU) zugehen. Einem Medienbericht zufolge ist Schröder möglicherweise bereit, weniger als zwei Jahre im Amt zu bleiben.

"Es muss eine vernünftige Lösung gefunden werden, bevor sich die Sache völlig verhakt", zitiert "Bild am Sonntag" aus der Umgebung des Kanzlers. Schröder sei möglicherweise auch bereit, keine volle zwei Jahre im Amt zu bleiben. Er wolle verhindern, dass er und Merkel wegen des Machtgerangels beide abtreten müssten, um den Weg für ein Bündnis von Union und SPD freizumachen.

Wenn am Ende Personen die Regierung bildeten, die bei der Wahl keine Rolle gespielt hätten, sei das in die SPD und Union ebenso schwer vermittelbar wie für die Wählerinnen und Wähler, zitiert das Blatt Kreise aus der Umgebung des Kanzlers. Der Kanzler könne sich vorstellen, die Irritation, die er am Wahlabend im Fernsehen bei Merkel hinterlassen habe, in einem persönlichen Gespräch mit der CDU-Chefin auszuräumen.

Führende CDU-Politiker haben indes den Anspruch der Union bekräftigt, in einer großen Koalition mit der SPD auch den Kanzler zu stellen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte am Samstagabend in der ARD-"Tagesschau", wenn aus der Sondierung wirkliche Koalitionsverhandlungen werden sollten, müsse klar sein, dass die stärkste Gruppe den Kanzler stelle und auch bestimme, wer das sei.

CDU-Generalsekretär Volker Kauder forderte im ZDF-"heute journal" die SPD auf, sich "endlich aus der Gefangenschaft" von Schröder zu befreien. Die SPD müsse akzeptieren, dass die Union die stärkste politische Kraft geworden sei.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat Fehler der Union im Wahlkampf eingeräumt. "Wir haben alle Fehler gemacht", sagte Wulff der "Bild am Sonntag". Darüber werde aber erst nach einer Regierungsbildung zu reden sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schröder oder Merkel - Wer soll's machen?

(afp)