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Vor Treffen mit Dax-Konzern-Chefs: Schröder verlangt weiter Frauenquote

Vor Treffen mit Dax-Konzern-Chefs : Schröder verlangt weiter Frauenquote

Berlin (RPO). Eine Woche vor ihrem Treffen mit den Vorständen der 30 Dax-Konzerne setzt Familienministerin Kristina Schröder die Unternehmen beim Thema Frauenquote unter Druck. Sie erwarte, "dass jeder Konzern für sich eigene Zielmarken für die Führungspositionen im gesamten Betrieb vorlegt", sagte die CDU-Politikerin in einem Interview.

Die Einhaltung der Quoten werde kontrolliert. Das sei verbindlicher als alles, was in den vergangenen zehn Jahren passiert sei, erklärte Schröder, die eine einheitliche Quote erneut ablehnte.

"Ich will da aber keine starre Quote, die vom Stahlwerk bis zum Medienkonzern gleich ist", sagte Schröder, die sich am 17. Oktober mit den Vorständen treffen will. Die 30 Dax-Unternehmen müssten sich selbst eine Quote für Vorstand und Aufsichtsrat geben, "zu deren Einhaltung sie dann auch gesetzlich verpflichtet sind," so Schröder gegenüber der "Bild am Sonntag".

Über die Einführung einer Frauenquote in den Chefetagen wird schon seit langem gestritten. Die Unternehmen stehen einer gesetzlichen Regelung meist ablehnend gegenüber. So erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche bereits, derartige Pläne seien "schlicht nicht realisierbar".

Auch zu wenig Frauen bei den Piraten

Außerdem kritisierte Schröder den geringen Frauenanteil in der Piratenpartei. "Die Piraten behaupten, zwischen Männern und Frauen würden sie keinen Unterschied machen, den Konflikt hätten sie überwunden", sagte Schröder. "Das klingt gut, aber: die Lebenswirklichkeit zeigt leider, dass das falsch ist. Das Thema gleiche Chancen für Frauen und Männer ist noch nicht durch." Die CDU-Politikerin verwies darauf, dass die Piraten nach ihrem Wahlerfolg in Berlin im neuen Abgeordnetenhaus mit nur einer Frau, aber 14 Männern vertreten sind. "So ein paar mehr Kaperschwestern unter den Piraten würden sicherlich nicht schaden", sagte Schröder.

Auch Grünen-Chefin Claudia Roth bedauerte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag den geringen Frauenanteil bei den Piraten. Ihr Vorsitzender sei gegen die Frauenquote. Da sei sie gespannt, wie er Geschlechtergerechtigkeit in seiner wachsenden Partei darstellen wolle, sagte Roth. Die neue Partei sieht die Grünen-Politikerin nicht als Gefahr, sondern willkommene Konkurrenz. "Die belebt das Geschäft", sagte sie. Die Grünen hätten das Thema Internet "nicht verschlafen". Sie sollten aber die Frage der Bürgerrechte stärker in den Vordergrund rücken und sich daran erinnern, "knallgrün zu bleiben". Die Piraten hätten sicher auch ein Bedürfnis nach Neuem befriedigt mit ihrem kreativen Wahlkampf, sagte Roth.

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(apd/felt)