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Länder lehnen jeden vierten Antrag ab: Schon 84.000 Anträge auf Betreuungsgeld

Länder lehnen jeden vierten Antrag ab : Schon 84.000 Anträge auf Betreuungsgeld

Wenige Monate nach der Einführung des Betreuungsgeldes verzeichnen die Behörden eine starke Nachfrage junger Eltern. Wie eine Umfrage unserer Redaktion bei den Familienministerien der Länder ergab, sind bundesweit seit dem 1. August bereits mehr als 84.000 Anträge gestellt worden. Niedersachsen führt keine eigene Statistik, so dass die Gesamtzahl deutlich höher liegen dürfte.

Allein in Nordrhein-Westfalen gingen bis Ende vergangener Woche 22.122 Anträge ein. Allerdings wurden davon bereits 4001 abgelehnt. Wie in den meisten anderen Bundesländern lag auch in NRW der häufigste Ablehnungsgrund darin, dass die antragstellenden Eltern von falschen Voraussetzungen ausgegangen waren: Das Betreuungsgeld wird nur für nach dem 1. August 2012 geborene Kinder gewährt.

Das umstrittene Projekt war von der schwarz-gelben Bundesregierung am 1. August 2013 eingeführt worden. Es wird an Familien gezahlt, die ihre unter dreijährigen Kinder zu Hause betreuen. Zunächst stehen ihnen 100 Euro monatlich zu. Vom 1. August 2014 an soll das Betreuungsgeld auf 150 Euro pro Monat steigen. Die Sozialleistung gilt als Prestigeprojekt der CSU. SPD, Grüne und Linke lehnen es ab. Die Kosten für das Betreuungsgeld werden für den Zeitraum ab 2015 auf rund 1,2 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

In Baden-Württemberg sind 17.077 Anträge eingegangen, in Sachsen-Anhalt nur 370. In Nordrhein-Westfalen erreichte die Ablehnungsquote 20 Prozent, in Brandenburg sogar 50. Im Schnitt lehnen die Länder fast jeden vierten Antrag ab. In NRW seien rund 100.000 Familien anspruchsberechtigt, hieß es in Düsseldorf.

(qua)