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Blei, Arsen, Quecksilber: Schadstoffe in Spielzeug - Deutschland verklagt EU

Blei, Arsen, Quecksilber : Schadstoffe in Spielzeug - Deutschland verklagt EU

Mit einer Klage gegen die EU-Kommission will sich Deutschland nach Informationen unserer Redaktion gegen höhere Gesundheitsrisiken bei Spielzeug wehren. Die Klageschrift solle Anfang nächster Woche überstellt werden, hieß es aus Regierungskreisen.

Die Europäische Union plant, die Grenzwerte gesundheitsgefährdender Stoffe für Puppe, Teddy und Co. abzusenken. Demnach dürften ab Juli 2013 höhere Belastungen von Blei, Arsen und Quecksilber im Spielzeug auftreten als derzeit in Deutschland erlaubt. "Es wäre absurd, wenn die neue Richtlinie dazu führen würde, dass Kinder mehr Schadstoffen ausgesetzt sind als bisher", sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) unserer Zeitung.

Deutschland werde es nicht akzeptieren, dass die EU-Kommission die Beibehaltung der höheren nationalen Standards ablehne, begründete Ministerin Aigner die Klage gegen die EU-Kommission.

Auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) unterstützt das Vorgehen: "Die Gesundheit unserer Kinder ist das höchste Gut. Schadstoffe im Spielzeug sind oft heimtückisch. Hier muss es bei unseren strengen Vorschriften bleiben", sagte Rösler unserer Zeitung.

Der Streit zwischen Deutschland und der EU-Kommission um die Spielzeugrichtlinie schwelt schon seit Monaten. Die Bundesregierung konnte sich bislang nur in einem Punkt bei der umstrittenen Richtlinie durchsetzen: Die Grenzwerte für krebserzeugende und erbgutschädigende Nitrosamine sollen erhalten bleiben.

(RP/anch)