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Sauerland: Friedrich Merz gewinnt Kampfkandidatur - 327 zu 126 Stimmen

327 zu 126 Stimmen : Friedrich Merz gewinnt Kampfkandidatur im Sauerland

Der frühere Fraktionschef und zweifach unterlegene Kandidat um den CDU-Bundesvorsitz meldet sich zurück auf der politischen Bühne. Samstag wählten ihn die Delegierten zu ihrem CDU-Direktkandidaten für den Wahlkreis Hochsauerland. Das Nachsehen hat der Sicherheitspolitiker Patrick Sensburg.

Im Rennen um die Kandidatur für die CDU im Hochsauerlandkreis hat sich Friedrich Merz mit 327 zu 126 Stimmen gegen den derzeitigen Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg durchgesetzt. Da die Region als tiefschwarz gilt, dürfte damit der Weg für Merz nach zwölf Jahren zurück in den Bundestag frei sein. In einer kämpferischen Rede hatte Merz zuvor auch den Machtkampf in der Union angesprochen: „Einigt Euch, Markus Söder und Armin Laschet! Dieses Land braucht Perspektive und Führung.“

Merz entschuldigte sich in seiner Bewerbungsrede dafür, dass er nach dem Bundesparteitag im Januar einen Sitz im Bundesvorstand der Partei ausgeschlagen und das Amt des Bundeswirtschaftsministers beansprucht hatte. „Da hat mich mein Instinkt verlassen. Die Kritik war berechtigt, die Enttäuschung bei meinen Unterstützern mehr als verständlich. Dafür entschuldige ich mich heute noch einmal ausdrücklich und in aller Form.“ Zugleich erneuerte er seinen Anspruch, ein Amt in einer künftigen Bundesregierung zu übernehmen. „Und selbst wenn ich – was ich nicht weiß und was beileibe nicht der Grund für meine Bewerbung um das Bundestagsmandat im Hochsauerlandkreis ist – eine Aufgabe in einer späteren Regierung wahrnehmen sollte, dann bin und bleibe ich der Wahlkreisabgeordnete hier im Hochsauerlandkreis.“

Einen Seitenhieb auf Armin Laschet, der beim Bundesparteitag mit einer emotionalen Rede und der Bergmannsmarke seines Vaters gepunktet hatte, konnte sich Merz dann doch nicht verkneifen: „Gesagt und geschrieben wurde, ich hätte auf den beiden Wahlparteitagen der CDU keine guten Reden gehalten. Ich habe sie beide selbst geschrieben, ich habe keinen Schauspielunterricht genommen, und ich stehe dazu.“

Nach seiner Wahl zeigte sich Merz sehr erleichtert und selbstironisch: „Es tut ganz gut, auch mal wieder eine Abstimmung zu gewinnen.“