Sachsen-AfD durch weitere Austritte erschüttert - Petry offiziell ausgetreten

Petry offiziell ausgetreten: Sachsen-AfD durch weitere Austritte erschüttert

Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry ist am Freitag offiziell aus der Partei ausgetreten. Das ist jedoch nicht der einzige Schlag für die sächsische AfD, weitere führende Vertreter sind aus- oder zurückgetreten.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Sven Simon und der Landesvorsitzende der Jungen Alternative Sachsen, Julien Wiesemann, traten am Freitag mit sofortiger Wirkung zurück. Auch das Vorstandsmitglied Ralf Nahlob legte alle Funktionen nieder und erklärte zugleich seinen sofortigen Austritt aus der AfD.

Diesen Schritt behielt Simon sich noch vor. "Die Ausrichtung der AfD macht mir Sorgen und lässt mich zweifeln, ob ich noch in der Partei bin, in die ich eingetreten war", erklärte er. Wiesemann, der auch Beisitzer im Landesvorstand der AfD Sachsen war, kündigte an, er werde als "einfaches Parteimitglied die Entwicklung der Partei in nächster Zeit beobachten".

Die bisherige AfD-Vorsitzende und Chefin des sächsischen Landesverbandes Petry hatte zu Wochenbeginn überraschend ihren Parteiaustritt erklärt und angekündigt, nach dem Sieg in ihrem Wahlkreis bei der Bundestagswahl als unabhängige Abgeordnete in den Bundestag einzuziehen. In Sachsen gaben daraufhin auch der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Uwe Wurlitzer, und Fraktionsvizechefin Kirsten Muster ihre Ämter ab.

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Petry und Wurlitzer vollzogen am Freitag auch ihren Parteiaustritt mit Wirkung zum 30. September, wie die "Welt" unter Berufung auf einen Sprecher Petrys berichtete. Petry sondiert derzeit einen politischen Neuanfang. Ob sie die Gründung einer neuen Partei anstrebt, ließ sie bislang offen. Durch die Rück- und Austritte in der sächsischen AfD dürften die Spekulationen über eine solchen Schritt weiter befeuert werden.

In einem Interview wies Petry den Vorwurf zurück, sie habe Koparteichef Jörg Meuthen und den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland mit ihrem unangekündigten Rückzug gezielt beschädigen wollen. "Wenn es mir um das Persönliche gegangen wäre, hätte ich einige der internen Vorgänge aus der AfD-Spitze der vergangenen Monate öffentlich gemacht", sagte sie am Freitag "Zeit Online".

Sie beklagte, parteiintern seien ihre Unterstützer jetzt Repressalien ausgesetzt. "Es tut weh dabei zuzusehen, wie Mitglieder verbal gejagt werden - um Alexander Gauland zu zitieren -, die sich jetzt nicht sofort von mir lossagen, die den Kontakt halten, die über unsere Ausstiegsgründe auch nur differenziert nachdenken wollen."

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(csr)