Irritationen um Syrien-Vorschlag: Russland lässt Westerwelle auflaufen

Irritationen um Syrien-Vorschlag : Russland lässt Westerwelle auflaufen

Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist für seine Winkelzüge bekannt. Dies bekam nun auch sein Deutscher Amtskollege Guido Westerwelle zu spüren. Lawrow erklärte, seine Diplomaten hätten einen der jüngsten Vorschläge der Deutschen zur Befriedung des Syrien-Konflikts für einen Scherz gehalten.

Der Vorschlag, Russland könnte dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Asyl bieten, stammt nach Darstellung der Regierung in Moskau von der Bundesregierung. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Donnerstag im Beisein von Außenminister Guido Westerwelle, seine Diplomaten hätten die Idee zunächst für einen Scherz gehalten.

Diese sei während des Besuchs von Präsident Wladimir Putin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Juni in Berlin von deutscher Seite vorgebracht worden. "Unsere Delegation sah darin einen Witz und antwortete dann auch mit einem: Warum nehmt ihr Deutschen Herrn Assad nicht, wenn er irgendwo hin will?".

Dass Deutschland ernsthaft überzeugt gewesen sei, Russland könne Assad Asyl bieten, habe ihn sehr überrascht, erklärte Lawrow. "Ich habe nun erfahren, dass sie davon ausgehen, dass wir Assad aufnehmen und so alle Probleme der Syrer lösen."

Der russische Spitzendiplomat stellte klar, dass die Regierung in Moskau dem syrischen Staatschef kein entsprechendes Angebot machen werde. Russland ist der wichtigste Verbündete Assads und hat bereits mehrfach ein gemeinsames Vorgehen der internationalen Gemeinschaft verhindert.

In dem seit mehr als 16 Monaten andauernden bürgerkriegsähnlichen Konflikt sind Tausende Syrer ums Leben gekommen. Trotz wachsenden internationalen Drucks nahm die Armee nach Oppositionsangaben auch am Donnerstag weitere Rebellenhochburgen unter Beschuss.

(REU)
Mehr von RP ONLINE