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RP-Empfang Berlin 2022: Auf ein Getränk mit Kanzler Olaf Scholz

RP-Empfang in Berlin : Auf ein Getränk mit dem Kanzler

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie fand sich am Donnerstagabend das politische Berlin auf Einladung der Rheinischen Post zum Empfang in Clärchens Ballhaus ein.

Neue Drohungen aus Moskau, die Angst vor einem weit langwierigeren Krieg in der Ukraine, die Debatte um deutsche Panzerlieferungen, die Sorgen der Bürger vor enormen Gas- und Strompreisen – es ist wahrlich keine einfache Zeit zu regieren für die Bundesregierung. Dass es in der Ampel-Koalition derzeit auch aus innenpolitischen Gründen knirscht – etwa im Streit um die Schuldenbremse oder um eine Absenkung der kalten Progression –, war beim RP-Empfang am Donnerstag in Berlin aber nicht zu spüren. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie fand das Treffen wieder live statt, bei dem sich nicht nur die zahlreiche Politprominenz aus Berlin die Ehre gab.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der trotz enger Termintaktung und mutmaßlichem Jetlag direkt von der UN-Vollversammlung aus New York anreiste, wurde von Kerstin Münstermann, der Leiterin des Berliner RP-Büros, empfangen und dann auf der Veranstaltung von RP-Chefredakteur Moritz Döbler formell begrüßt. Er blieb fast zweieinhalb Stunden beim Empfang. Auf die Rede des Kanzlers in New York nahm Döbler noch einmal Bezug. „Der Westen“ sei wieder da, „der Westen“ habe als Begriff wieder Konjunktur. „Hoffentlich aber nicht als Kampfbegriff wie im Kalten Krieg“, so der RP-Chefredakteur. Die „Stimme des Westen“, als die sich die Rheinische Post verstehe, sei gleichsam nicht nur Begriff zur Ortsbestimmung, sondern getragen von einer Wertvorstellung, von Vernunft, Aufklärung und Wissenschaft. Sogar der Veranstaltungsort, Clärchens Ballhaus im Herzen Berlins, sei gewissermaßen Schauplatz des Ost-West-Konflikts: Zu DDR-Zeiten sei er als einer der ganz wenigen Privatbetriebe weitergeführt worden, so Döbler.

So lief der Redaktionsempfang der RP in Berlin mit Olaf Scholz, Christian Lindner und Nancy Faeser

Scholz nahm in seinen Gesprächen durchaus den Faden wieder auf, wirkte aber nach dem Stakkato der jüngsten Termine erstaunlich gelassen. „Wir haben vorgesorgt“, sagte der Regierungschef zu den vielen Krisen, die auf die Bürger derzeit einprasseln. „Und zwar schon zu einer Zeit, als niemand davon sprach.“ Besonders freue er sich aber in der kommenden Woche auf die Gespräche mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten über das dritte Entlastungspaket wegen der gestiegenen Energiepreise. Ein lockeres Vorgespräch konnte er schon am Donnerstag führen – mit dem Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, dem NRW-Regierungschef Hendrik Wüst, der als Landesvater ebenfalls zu Gast war.

Neben den beiden Protagonisten von Bund und Ländern hatten weitere Mitglieder des Bundeskabinetts eingefunden, unter anderem von der SPD Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, Innenministerin Nancy Faeser sowie Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der als einer der wenigen Besucher FFP2-Maske trug. Von der FDP kamen Parteichef und Finanzminister Christian Lindner, Verkehrsminister Volker Wissing sowie Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger, von den Grünen Familienministerin Lisa Paus.

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Auf Gastgeberseite waren es die RP-Herausgeber Florian Merz-Betz und Martin Ebel, der Aufsichtsratsvorsitzende der Rheinische Post Mediengruppe, Felix Droste, und Verlagsgeschäftsführer Hans Peter Bork, die auf das Rheinische Parkett mitten in die Hauptstadt eingeladen hatten.

Weitere Gäste: der CDU-Chef Friedrich Merz, die SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil, die Fraktionsvorsitzenden Britta Hasselmann (Grüne), Rolf Mützenich (SPD), Christian Dürr (FDP) und Dietmar Bartsch (Linke), Michael Roth, Vorsitzender der Auswärtigen Ausschusses, der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert, Grünen-Parteichefin Ricarda Lang sowie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die öfters im Rheinischen Braunkohlerevier demonstrierte. Neben Wüst kamen aus Düsseldorf angereist der amtierende Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Stephan Keller (CDU), und SPD-Politiker Thomas Kutschaty, Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag.

Neben der Berliner Politprominenz folgten zahlreiche andere Gäste – Journalisten, Wirtschaftsvertreter und Behördenchefs – der Einladung zu ungezwungenem Austausch bei (Alt)Bier und Finger-Food.

Der Text wurde um weitere Gäste und Zitate ergänzt

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