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Röttgen erklärt doppelte Staatsbürgerschaft für gescheitert

Ausbleibende Integration : Röttgen erklärt doppelte Staatsbürgerschaft für gescheitert

Im Rahmen des Konflikts um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland sieht CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen das Konzept der doppelten Staatsbürgerschaft als gescheitert an – der Stand der Integration sei viel schlechter als angenommen.

Im Rahmen des Konflikts um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland sieht CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen das Konzept der doppelten Staatsbürgerschaft als gescheitert an — der Stand der Integration sei viel schlechter als angenommen.

"Die doppelte Staatsbürgerschaft hat sich nicht bewährt", sagte Röttgen dem am Samstag erscheinenden Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Kampagne der türkischen Regierung trage zur Entfremdung zwischen den in Deutschland lebenden Türken und anderen Bürgern bei.

"Der Stand der Integration ist offenbar deutlich schwächer, als viele bisher angenommen haben. Das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme dieses Konflikts leider dazu", so Röttgen. Die Provokationen türkischer Politiker gegen Deutschland bezeichnete der CDU-Politiker als Teil einer Kampagne, um unter den Türken in der Bundesrepublik Wähler zu mobilisieren.

Die Argumente gegen die doppelte Staatsbürgerschaft seien vor diesem Hintergrund noch einmal deutlicher und sichtbarer geworden. Röttgen plädierte demgegenüber in dem Interview für das Optionsmodell, wonach in Deutschland geborene Kinder von Migranten sich zunächst nicht für eine Nationalität entscheiden müssen. "Mit 21 Jahren müssen sie dann allerdings sagen, welche Staatsangehörigkeit sie haben wollen."

(isw/KNA)