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In der Union rumort es wieder: Röslers gefährlicher Frosch-Vergleich

In der Union rumort es wieder : Röslers gefährlicher Frosch-Vergleich

FDP-Chef Philipp Rösler hat in der Öffentlichkeit keinen Hehl aus seinem Erfolg bei der Gauck-Kür gemacht. In den Medien erzählte er mit neu gewonnenem Selbstbewusstsein von seiner Stunde des Triumphs. Manchem in der Union geht das inzwischen zu weit. Auch die Kanzlerin soll verstimmt sein.

Das Auftreten von Rösler in den Tagen nach dem Eklat in der Präsidentenfrage sorgte bei so manchem aus CDU/CSU für weiteren Unmut. CSU-Chef Horst Seehofer verteidigte Rösler in der "Bild am Sonntag" zwar gegen Kritik, andere Unionspolitiker wollen das Thema aber nicht zu den Akten legen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte der Kandidatur Gaucks nur auf Druck der FDP zugestimmt.

Bei den koalitionsinternen Beratungen über einen Kandidaten für die Nachfolge des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff hatte die FDP am vergangenen Sonntag überraschend Gauck unterstützt. Merkel erfuhr von der Entscheidung über Medienberichte, noch bevor Rösler sie ihr mitteilte. Die Kanzlerin, die eine Kandidatur Gaucks bis dahin abgelehnt hatte, willigte daraufhin in dessen Nominierung ein.

Seehofer sagte der "Bild am Sonntag", er könne es einem Koalitionspartner nicht verübeln, wenn dieser sich profilieren wolle. Er sehe keinen Grund, der FDP ihr Vorgehen heimzuzahlen. Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, forderte hingegen im Magazin "Spiegel", "die Frage des anständigen Umgangs in der Koalition" auf die Tagesordnung des Koalitionsausschusses am kommenden Sonntag zu setzen. Die FDP müsse sich überlegen, "ob ihr Verhalten in Ordnung war", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt dem Magazin.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) riet zur Gelassenheit. Auch Merkel freue sich inzwischen aber auf den künftigen Präsidenten, "der mit seiner Freiheitsvita das Ansehen Deutschlands auch international mehren wird", sagte er dem "Tagesspiegel".

In der Union sorgten einem Bericht zufolge auch Äußerungen Röslers in der ZDF-Talkshow "Lanz" am Donnerstagabend für Unmut. Röslers Auftreten solle aus Sicht der CDU-Spitze "ein politisches Nachspiel" haben, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf hohe Parteikreise.

Rösler hatte in seiner Rede auf dem FDP-Parteitag in Rostock 2011 mit einem Gleichnis den schleichenden Verlust von Freiheitsrechten erläutert: "Wenn Sie einen Frosch in kaltes Wasser setzen und dann langsam die Temperatur erhöhen, wird er zuerst nichts merken und nichts machen. Und wenn er etwas merkt, dann ist es zu spät für den Frosch."

Lanz fragte Rösler in der Sendung, wann Merkel bei den Verhandlungen über die Präsidentschaftskandidatur gemerkt habe, "dass sie der Frosch ist". Rösler antwortete, "schätzungsweise in der Telefonschaltkonferenz des CDU-Präsidiums". Regierungssprecher Steffen Seibert kommentierte dies am Freitag mit den Worten: "Tiergleichnisse sind denkbar ungeeignet zur Beschreibung des Verhältnisses der Kanzlerin zu ihrem Vizekanzler".

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FDP-Vize Holger Zastrow zeigte sich von der Kritik unbeeindruckt. "Die Zeiten, in denen wir alles ängstlich abgesegnet haben, sind vorbei", sagte er dem Magazin "Focus". Der FDP-Spitzenkandidat für die Wahl in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, sagte der "BZ am Sonntag", "die FDP hat tatsächlich ein neues Selbstbewusstsein zurückgewonnen".

In den Umfragen kann die FDP bislang nicht davon profitieren, dass sie sich in der Personalie Gauck gegen Merkel durchsetzte. Die Liberalen verharrten im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die "Bild am Sonntag" mit drei Prozent auf dem Wert der Vorwoche.

(AFP)