1. Politik
  2. Deutschland

Leichtere Zulassung geplant: Rösler: Einwanderung löst Ärztemangel nicht

Leichtere Zulassung geplant : Rösler: Einwanderung löst Ärztemangel nicht

Hamburg (RPO). Der Ärztemangel in ländlichen Gebieten Deutschlands lässt sich nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nicht durch die Einwanderung von Medizinern aus EU-Ländern in Mittel- und Osteuropa lösen.

In der sehr menschlichen Beziehung zwischen Arzt und Patient spiele "das Sprachliche und das Kulturelle eine große Rolle", sagt Rösler in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu".

Rösler will gleichwohl die Berufsausübung für hier lebende ausländische Ärzte erleichtern. Die zuständigen Bundesministerien haben dem Minister zufolge bereits eine Gesetzesvorlage zur Anerkennung ausländischer Approbationen und Staatsexamen auf den Weg gebracht. "Zudem prüfen wir gerade, die Zulassung für den Arztberuf nicht länger an die deutsche Staatsbürgerschaft zu binden", sagte Rösler der Illustrierten.

Versorgungsgesetz soll helfen

Um den Landärztemangel zu beheben, setzt Rösler vor allem auf das von ihm geplante sogenannte Versorgungsgesetz, durch das unter anderem die medizinischen Dienstleistungen in ländlichen Räumen und die finanziellen Anreize für Ärzte verbessert werden sollen. "In unterversorgten Gebieten kommen die Ärzte heute sehr schnell an ihre Budgetgrenzen, wenn sie überdurchschnittlich viele Patienten aufnehmen und behandeln. Künftig sollen sie dafür nicht mehr bestraft werden."

Außerdem will der FDP-Politiker dem Wunsch der Mediziner nachkommen, "teamorientierter zu arbeiten, etwa über Praxisnetzwerke oder im Rahmen eines medizinischen Versorgungszentrums". Zuletzt sollen unter anderem auch Hausbesuche von Ärzten zukünftig besser vergütet werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Philipp Rösler

(AFP/jre)