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Merkel und Rüttgers: Rivalen der CDU-Rennbahn

Merkel und Rüttgers : Rivalen der CDU-Rennbahn

Berlin/Düsseldorf (RP). Sie waren einst Kohls ministrable Hoffnungsträger: Die Ost-Protestantin Angela Merkel und der West-Katholik Jürgen Rüttgers. Damit war zugleich auch die Rivalität zwischen ihnen angelegt. Sie hat sich bis zum heutigen Tag erhalten und ist weit davon entfernt, entschieden zu sein.

Wenn die Regierungschefin (Bund) und der Regierungschef (Land) am Freitag in Düsseldorf beim CDU-Zukunftskongress miteinander sprechen, dann geht es nicht nur um die Zukunft von Bund und Land, sondern auch um die von Angela Merkel und Jürgen Rüttgers selbst.

Denn beide haben sich vorgenommen, noch möglichst viel von dieser Zukunft selbst zu gestalten. Ihr Verhältnis zueinander: demonstrativ entspannt, aber immer wieder leicht entflammbar. Denn so unterschiedlich die ostdeutsche Protestantin und der rheinische Katholik auch sein mögen, beide beherrschen die taktischen Spielchen und sind Meister der Strategie.

Alte Rivalen

Vor allem sind sie Rivalen. Beide holte Helmut Kohl als Hoffnungsträger der Christdemokratie in den 90ern in die Regierung. Sie lag lange als "Kohls Mädchen” in den Klischee-Auslagen, er hörte sehr bald und sehr gerne auf das Etikett "Zukunftsminister”. Als die Union 1998 die Macht verlor, gehörten beide zu denen, die durchstarteten. Sie an der Parteispitze, er zunächst in der Fraktionsführung, dann im NRW-Landesverband.

Merkels Machtinstinkt

Attacken aus Düsseldorf

Die CDU-Chefin kommt am Stimmenführer des stärksten CDU-Landesverbandes nicht vorbei. Trotzdem wagte sie es, ihm die Grenzen der Sympathie aufzuzeigen, als sie ihn 2006 beim Parteitag in die 57-Prozent-Abstimmungsschlappe laufen ließ.

"Das tat weh”, gab Rüttgers zu Protokoll. Potenziell gehört er damit zu den Kandidaten, die sich nicht mit Grausen abwenden, wenn auch Merkel mal alt aussieht.

Grenzen ziehen

Im jüngsten Rentenstreit versuchte es Merkel erneut mit Grenzziehungen: Inhaltlich ließ sie Rüttgers nicht wirklich zum Zuge kommen, kleidete das mit tatkräftiger Hilfe des Merkel-Rüttgers-Mittlers, Ronald Pofalla aber in Formulierungen, die nach außen hin Rüttgers einen Image-Punkt machen ließen.

"Der brauchte das”, hört man aus der CDU-Spitze. Nicht mit gönnerhaftem Unterton, sondern mit klarem Kosten-Nutzen-Kalkül

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Jürgen Rüttgers

(RP)