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Risiko von Armut steigt im Westen und sinkt im Osten

NRW über dem Durchschnitt : Armutsquote sinkt im Osten und steigt im Westen

Das Armutsrisiko in Deutschland ist regional immer noch sehr unterschiedlich verteilt, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. In NRW liegt sie deutlich über dem Durchschnitt.

(epd) In NRW ist nach einer aktuellen Statistik etwa jeder sechste Bürger armutsgefährdet. Mit einer Armutsgefährdungsquote von 18,1 Prozent im Jahr 2018 liegt das Land an fünfter Stelle hinter Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 15,5 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2017 (18,7 Prozent) ging die Armutsquote zwar leicht zurück. In einem längeren Zeitraum ist sie aber deutlich gestiegen. Im Jahr 2005 hatte die Quote für Nordrhein-Westfalen noch bei 14,4 Prozent gelegen.

Die Armutsgefährdungsschwelle des Bundes errechnen die Statistiker anhand des mittleren Einkommens im gesamten Bundesgebiet. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung hat.

Bundesweit waren in Bayern und Baden-Württemberg im vergangenen Jahr mit weniger als zwölf Prozent die wenigsten Menschen von Armut bedroht. In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern waren die Quoten mit mehr als 20 Prozent am höchsten. Die Quoten in Ost und West näherten sich jedoch demnach an. In den neuen Ländern einschließlich Berlin seien sie 2018 mit durchschnittlich 17,5 Prozent etwas höher als im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) mit 15 Prozent gewesen. Noch 2005 seien für die neuen Länder einschließlich Berlin 20,4 Prozent verzeichnet worden, für den Westen 13,2 Prozent.