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Käßmann dürfte den Vorsitz sicher haben: Rheinischer Präses Nikolaus Schneider erneut im EKD-Rat

Käßmann dürfte den Vorsitz sicher haben : Rheinischer Präses Nikolaus Schneider erneut im EKD-Rat

Ulm (RP). Der rheinische Präses Nikolaus Schneider ist für eine zweite Amtszeit in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden. Die Synode der EKD wählte den 62-Jährigen im zweiten Wahlgang. Schneider erhielt 99 von 145 Stimmen; nötig wären 97 gewesen.

Bereits im ersten Wahlgang war die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann (51) mit 103 Stimmen in den Rat gewählt worden. Sie gilt damit als klare Favoritin auf die Nachfolge des scheidenden Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber (67). Schneider sagte nach seiner Wahl, er freue sich auf die Arbeit im Rat "und auf das Miteinander mit Margot Käßmann".

Für die 14 zu besetzenden Plätze im Rat gibt es 21 Kandidaten; jeder Kandidat braucht einzeln eine Zweidrittelmehrheit der Stimmen des Kirchenparlaments. Aus dem Kreis des Rats wird morgen der oder die neue Ratsvorsitzende gewählt. Trotz seines guten Ergebnisses dürfte die Wahl aber nicht auf Schneider fallen — er gilt als zu alt; außerdem war das Votum für Käßmann zu eindeutig.

Ebenfalls bereits im zweiten Durchgang in den Rat gewählt wurde die Magdeburger Mathematikerin Elke Eisenschmidt (28). Besonders schwach schnitt die scheidende Bundestags-Vizepräsidentin Susanne Kastner (SPD) ab — sie erhielt lediglich einstellige Ergebnisse. Schwache Ergebnisse erzielten in den ersten Wahlgängen auch die Landesbischöfe, die vor der Synode als mögliche Konkurrenten für Käßmann genannt worden waren: Johannes Friedrich (Bayern), Jochen Bohl (Sachsen), Frank Otfried July (Württemberg) und Ulrich Fischer (Baden) erhielten allesamt zunächst nicht die notwendige Stimmenzahl.

Fischer und Friedrich schafften es erst in der vierten Runde in den Rat. Zwar könnten theoretisch auch Nicht-Ordinierte, also Laien, EKD-Ratsvorsitzende werden; bisher wurde aber stets ein leitender Geistlicher einer Landeskirche in dieses Amt gewählt.