Rezo-Video: Rezo bestreitet Auswirkungen des Videos auf EU-Wahl

Youtuber Rezo meldet sich bei Twitter : „Es gibt wirklich Menschen, die Sachen machen, weil sie dahinter stehen“

Sein Video über die CDU hat für viel Aufsehen gesorgt. Jetzt meldet sich Youtuber Rezo auf Twitter zu Wort und erklärt, warum er Einladungen zu Debatten derzeit nicht annimmt. Kramp-Karrenbauers Äußerungen zur „Meinungsmache“ im Netz kommentiert er nicht.

In einem vierteiligen Twitter-Statement bedankt sich Rezo für das positive Feedback zu seinem inzwischen 13 Millionen Mal geklickten Video „Die Zerstörung der CDU“. Eine Woche vor der Europawahl hatte es für viel Aufregung gesorgt. Die CDU hatte ihn daraufhin zu einem öffentlichen Meinungsaustausch eingeladen.

Eine „Live-Diskussion“ lehne er derzeit aber ab, schreibt Rezo. „Es ging mir auch nie darum, dass man sich mit mir unterhalten solle, denn ich habe in meinem Video weder etwas investigativ aufgedeckt, noch etwas Neues erzählt.“ Viel wichtiger sei ein Gespräch über das Thema Kurswechsel.

Er empfiehlt den Parteien, Wissenschaftler und Experten zu Rate zu ziehen, um einen Kurswechsel in der Klimapolitik zu begründen. Er selbst könne keine qualifizierten Antworten geben. Rezo schreibt weiter, die SPD habe sich in ihrem Antwort-Video von Juso-Chef Kevin Kühnert, Tiemo Wölken und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil für einen Kurswechsel in der Klimapolitik ausgesprochen. „Daher ist dort eine gute Basis für so ein Gespräch vorhanden, bei dem ich (...) auch gern mitmachen kann.“ CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer stellt er die Frage, ob sie einen Kurswechsel für notwendig halten oder nicht. Erst wenn sich die CDU deutlich zu einer Notwendigkeit bekenne, mache ein Gespräch Sinn.

Der Youtuber spielt den „Rezo-Effekt“ auf die Europawahl und die massiven Verluste von Union und SPD herunter. „Das Wahlergebnis ist genau wie der Erfolg meiner Videos nur Symptom“, schreibt er. Das Problem liege in der Ausrichtung der Parteien, die die jüngeren Generationen vernachlässigten. „Das Wahlergebnis zeigt ja nur, dass die aktuelle Union und die aktuelle SPD einen dringenden Kurswechsel einschlagen müssen, wenn sie weiterhin dem Anspruch einer Volkspartei gerecht werden wollen.“ Die Parteien müssten sich dazu nicht abschaffen, sie könnten sich auch einfach ändern.

Rezo betont, keine Partei oder Institution, sondern nur er selbst habe die Idee zum Video gehabt. Das Video als Fake-Kampagne der „Illuminati-Grünen“ darzustellen, sei „der beste Freund der argumentativ Schwachen“. Auch das Folge-Video von Freitag, indem er dazu aufruft, CDU, CSU, SPD und AfD nicht zu wählen, und eine Liste mit 70 Unterstützern aufführt, habe er selbst erstellt.

Der 26-Jährige reagiert auch auf den Vorwurf, mit seinen Videos unternehmerische Interessen zu verfolgen. „Wem das merkwürdig vorkommt, der sollte vielleicht weniger mit BWL-Studenten abhängen. Es gibt halt wirklich Menschen, die einfach Sachen machen, weil sie dahinter stehen.“

Abschließend lobt Rezo die Faktencheck-Analysen zu seinem Video. Jedem Journalisten, der die Kritik an seinem Beitrag konsequent auch im eigenen Medium anwende, verspricht er ein Interview – und einen Tag im Phantasialand mit Pizza.

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