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Verhandlungen in Berlin: Rentenpaket-Kritiker erhöhen Druck

Verhandlungen in Berlin : Rentenpaket-Kritiker erhöhen Druck

Unmittelbar vor den entscheidenden Verhandlungen der Fraktionsspitzen heute haben die Kritiker des Rentenpakets ihren Druck erhöht.

"Die Rente mit 63 ist grundfalsch. Sie schafft für besonders geburtenstarke Jahrgänge den falschen Anreiz, sich frühzeitig aus dem Erwerbsleben zurückzuziehen", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer. "Die breite Berücksichtigung von Zeiten der Arbeitslosigkeit ist absurd, denn die Rente mit 63 soll doch diejenigen begünstigen, die besonders lange gearbeitet haben", sagte der DIHK-Chef. "Es darf nicht dazu kommen, dass jemand mit 61 Jahren den Arbeitsmarkt verlässt, um nach zwei Jahren der Arbeitslosigkeit in eine abschlagsfreie Rente zu gehen", sagte Schweitzer.

Die Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD, Volker Kauder, Gerda Hasselfeldt, Thomas Oppermann, sowie die Sozialpolitiker Karl Schiewerling (CDU) und Katja Mast (SPD) treffen heute Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) und Arbeits-Staatssekretär Jörg Asmussen (SPD), um den Streit um die Anerkennung der Zeiten der Arbeitslosigkeit bei der Rente mit 63 aufzulösen. Absehbar ist die Einführung eines "rollierenden Stichtags". Demnach würden jeweils die letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn nicht auf die erforderlichen 45 Versicherungsjahre angerechnet, in denen ein Anwärter arbeitslos gewesen ist.

CDU-Wirtschaftspolitiker dringen zudem auf Schritte, die Älteren den flexiblen Übergang in die Rente erleichtern. So sollen befristete Arbeitsverträge für Rentner möglich werden. "Der Einstieg in die Flexi-Rente muss jetzt mit rein in das Gesetz", forderte Carsten Linnemann, Chef der Mittelverstandsvereinigung der CDU/CSU. "Mit einer Arbeitsgruppe geben wir uns nicht zufrieden. Arbeitsgruppen bedeuten, dass etwas auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird", sagte er.

(mar)