1. Politik
  2. Deutschland

Rechtsextreme wollten Miliz aufstellen - Festnahmen in Österreich, Bayern und NRW

Festnahmen in NRW, Österreich und Bayern : Rechtsextreme wollten schwer bewaffnete Miliz aufstellen

Sie horteten hunderttausende Schuss Munition, Sturmgewehre und Sprengstoff: Bei einem Schlag gegen ein rechtsextremes Netzwerk hat es mehrere Festnahmen in Österreich und Bayern gegeben. Auch in NRW wurde eine Person festgenommen.

Bei Durchsuchungen haben Ermittler ein riesiges Waffenarsenal für Rechtsradikale sichergestellt. In Bayern und Österreich seien mehrere Verdächtige festgenommen worden. Den Ermittlern sei ein „massiver Schlag“ gegen die rechte Szene gelungen, erklärte der österreichische Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz mit Vertretern der Sicherheitsbehörden am Samstag. Mit den Waffen sollte „möglicherweise eine rechtsradikale Miliz“ in Deutschland aufgebaut werden.

Demnach nahmen die Ermittler fünf Personen in Österreich und zwei Personen in Bayern fest. Bei anschließenden Durchsuchungen in Duisburg, Düsseldorf und Velbert hätten die Ermittler darüber hinaus noch weitere 1,8 Kilogramm Marihuana und 50 Gramm Kokain sichergestellt, hatte das Landeskriminalamt mitgeteilt. Der Beschuldigte aus NRW sei einem Haftrichter in Duisburg vorgeführt worden. Das Bayerische Landeskriminalamt bestätigte auf Nachfrage eine Festnahme im Osten Bayerns am vergangenen Mittwoch.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sei über die Ermittlungen informiert und habe sich im Gespräch mit Nehammer „zutiefst schockiert“ gezeigt, hieß es aus Österreich. „Die Behörden stehen im engsten Kontakt“, bestätigte eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag. „Wir nehmen die Situation sehr ernst. Die Tat und die Tathintergründe müssen jetzt restlos aufgeklärt werden.“

Nach Angaben der österreichischen Behörden wurden über 70 automatische und halbautomatische Schusswaffen, Handgranaten, Wehrmachtsgegenstände wie Säbel und Helme, sowie Munition im sechsstelligen Bereich sichergestellt. Bei den Waffen handelt es sich laut dem österreichischen Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl um einen der „größten Funde der letzten Jahrzehnte“.

Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch stellten die Ermittler nach eigenen Angaben Maschinenpistolen und Sturmgewehre samt Munition sicher. Bei einer weiteren Durchsuchung am Donnerstag sei ein Container mit Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden worden. In einer Lagerhalle in Niederösterreich hätten die Ermittler am Freitag dann noch einmal rund 100.000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen entdeckt.

„Alles, was wir sichergestellt haben, würde hier gar nicht hineinpassen“, sagte Pürstl während der Pressekonferenz. Es handele sich um „schweres Gerät, mit dem man sehr, sehr viel Schaden anrichten“ könne, so Pürstl weiter.

  • Die Polizei hatte monatelang gegen die
    Männer aus Dormagen und Bergisch Gladbach festgenommen : Ermittlungserfolg gegen mutmaßliche Drogenhändler
  • Ermittler haben in Nordrhein-Westfalen und Neapel
    Bezug zur italienischen Mafia Camorra : Schlag gegen Falschgeld-Ring in NRW
  • Ein gefälsch
    Durchsuchungen in Ratingen und Düsseldorf : Mutmaßliche Mafiosi bei Falschgeld-Razzia festgenommen

Eine Drogenlieferung aus Deutschland im Oktober habe die Polizei zu dem Netzwerk geführt, teilten die österreichischen Ermittler mit. Mit den Erlösen aus dem Drogenhandel seien dann die gefundenen Waffen gekauft worden. Der Hauptverdächtige ist ein 53-jähriger vorbestrafter Österreicher, der mit mehreren Mittätern den Handel aufgezogen haben soll.

(chal/felt/dpa)