Rechnungshof kritisiert Verschwendung bei Asyl-Unterkünften

Unterbelegung: Rechnungshof kritisiert Verschwendung bei Asyl-Unterkünften

Die Unterbringung von Flüchtlingen kostet mehr Geld als nötig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Bundesrechnungshofs, der unserer Redaktion vorliegt.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 hatte der Bund festgelegt, dass den Ländern Liegenschaften des Bundes ohne Miete überlassen werden sollten. Damit sollte eine schnelle, unbürokratische und für die Länder finanziell akzeptable Lösung für die Unterbringung der Flüchtlinge geschaffen werden. Auch bei der Herrichtung der Gebäude gab es Unterstützung durch die Bundesregierung.

Bei der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben beantragten die Behörden der Länder bis zum 1. September 2017 mehr als 300 Millionen Euro, um für die Flüchtlinge die vorhandenen Immobilien bewohnbar zu machen. "162 der insgesamt 500 Anträge betrafen Liegenschaften, bei denen die Belegungsquote kleiner als 50 Prozent war", heißt es in dem Bericht. Es sei nicht wirtschaftlich, Liegenschaften herzurichten, die nicht oder kaum belegt sind, kritisiert der Rechnungshof.

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"Humanitär gebotene Hilfe darf nicht durch Missbrauch oder Misswirtschaft diskreditiert werden", sagte FDP-Finanzexperte Otto Fricke. Bei allem Verständnis dafür, dass 2015 schnell habe gehandelt werden müssen, müsse "dieser unverantwortliche Umgang mit Bundeseigentum schleunigst abgestellt werden".

(qua)