Rauchverbot in Autos mit Kindern: Ärzte und Deutsches Kinderhilfswerk unterstützen Vorstoß

Vorstoß der Gesundheitsminister : Ärzte für Rauchverbot in Autos mit Kindern

Die deutschen Ärzte unterstützen einen Vorstoß der Länder-Gesundheitsminister für ein bundesweites Rauchverbot in Autos, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren.

„Zigarettenrauch gehört nicht in Kinderlungen“, erklärte die Bundesärztekammer am Donnerstag in Berlin. Die Bundesregierung sei am Zug. Mit einem Verbot würden Ungeborene und Kinder besser vor den schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden durch Passivrauchen geschützt. Zudem werde es höchste Zeit, dass Deutschland als letztes EU-Land auch die Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte verbiete. „Der Gesundheitsschutz hat einen höheren Stellenwert als die Absatzförderung der Tabakindustrie.“

Auch das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt den Vorstoß der Gesundheitsministerkonferenz für ein gesetzliches Rauchverbot in Fahrzeugen, wenn Kinder mitfahren. Appelle alleine reichten nicht aus, es brauche gesetzliche Regelungen, erklärte das Hilfswerk am Donnerstag in Berlin.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hatte kürzlich auf die Gefahren durch Passivrauchen in Autos hingewiesen. Schon bei drei oder vier konventionellen Zigaretten sei die Luft „so kontaminiert wie in einer Raucherkneipe“. Auch bei Elektrozigaretten sei die Luft mit Aerosolen belastet, die Atemwege gerade von Kindern angreifen. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte die Bundesregierung in einem Beschluss zu einem bundesweiten Verbot aufgefordert, wie der baden-württembergische Ressortchef Manne Lucha (Grüne) am Montag als Initiator mitgeteilt hatte.

Mortler will sich ebenfalls für einen neuen Anlauf für ein Verbot der Zigarettenwerbung auf Plakaten und im Kino starkmachen. In der vergangenen Wahlperiode hatte sich das Kabinett auf einen Entwurf geeinigt. Das Gesetz wurde aber nie beschlossen. Vor allem die Unionsfraktion sperrte sich dagegen.

(wer/dpa/AFP)
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