Schröder setzt Opposition unter Druck: Rau-Nachfolge: Schröder umgarnt Töpfer

Schröder setzt Opposition unter Druck : Rau-Nachfolge: Schröder umgarnt Töpfer

Nairobi (rpo). Während seiner Afrika-Reise hat Bundesklanzler Gerhard Schröder lobende Worte zu einer möglichen Kandidatur Klaus Töpfers als Rau-Nachfolger gefunden. Überdies drängt er die Opposition zu einer schnellen Entscheidung für einen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten.

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p class="text"><P>Nairobi (rpo). Während seiner Afrika-Reise hat Bundesklanzler Gerhard Schröder lobende Worte zu einer möglichen Kandidatur Klaus Töpfers als Rau-Nachfolger gefunden. Überdies drängt er die Opposition zu einer schnellen Entscheidung für einen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten.

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p class="text">Die Diskussion heizten auch Spekulationen an, wonach die SPD mit der FDP die Möglichkeit sondiert, sich auf einen auch von den Grünen wählbaren liberalen Kandidaten zu verständigen.

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p class="text">Nach einem Treffen mit Töpfer, dem Leiter der UN-Umweltbehörde (UNEP), in Nairobi warnte der Kanzler davor, durch eine zögerliche Diskussion mögliche Bewerber zu "verheizen" und aus parteitaktischen Gründen das Amt zu beschädigen. Mit Verweis auf die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung mahnte er Union und FDP, sich "verantwortungsvoller" zu verhalten. Die Kandidatenfrage sei aber nicht Thema des Gesprächs mit Töpfer gewesen.

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p class="text">Auf Fragen sagte Schröder, Töpfer sei "für jedes denkbare Amt qualifiziert - international und national". Er würdigte seine "moralische und persönliche Integrität" und "außerordentlich erfolgreiche Arbeit" in Nairobi. Als wohlwollende Unterstützung für Töpfer wollte Vize-Regierungssprecher Hans Langguth Schröders Worte nicht verstanden wissen. Der Kanzler sei der Meinung, dass sich die Union jetzt irgendwann festlegen müsse, erklärte er in Berlin und bekräftigte, dass sich Schröder eine Frau als Staatsoberhaupt vorstellen könne.

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p class="text">Töpfer dürfte auf grüne Stimmen hoffen

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p class="text">Töpfer zählt nach Fraktionsvize Wolfgang Schäuble zu den Favoriten in der Debatte um einen Unionskandidaten und könnte im Gegensatz zu diesem sogar auf Stimmen der Grünen hoffen. Deren Vorsitzender Reinhard Bütikofer stellte sich ausdrücklich hinter Schröders Würdigung: "Ich kann dem Bundeskanzler in keiner Weise widersprechen." Töpfer selbst wollte sich nicht äußern. "Ich sitze hier nicht auf gepackten Koffern", erklärte er lediglich. Kenia sei ein schönes Land. Er fügte aber hinzu: "Man ist natürlich lieber in Deutschland."

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p class="text">Die Union will sich erst im März festlegen; die FDP hält sich die Option eines eigenen Bewerbers offen. Der "Tagesspiegel" berichtete über Sondierungsgespräche zwischen SPD und FDP mit dem Ziel, mit einem gemeinsamen Kandidaten einen Unionspolitiker zu verhindern. FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper sagte, offizielle Kontakte zur SPD in dieser Frage gebe es nicht. Die FDP werde ihre Entscheidung nicht an parteipolitische Kriterien binden. Sie sei aber "nicht im Zugzwang" und wolle die Hamburg-Wahl abwarten.

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p class="text">FDP-Frau im Gespräch

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p class="text">Der JU-Vorsitzende Philipp Mißfelder forderte die Freidemokraten auf, einen Kandidaten der Union zu unterstützen. Sie sei die stärkste politische Kraft in Deutschland, und deshalb müsse ein Unionskandidat Bundespräsident werden, sagte er laut "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstagausgabe). Der Chef der Jungen Liberalen, Daniel Bahr, widersprach im selben Blatt und erinnerte Mißfelder, dass die Union in der Bundesversammlung einen Partner brauche. Er schloss nicht aus, dass die FDP-Politikerin Cornelia Schmalz-Jacobsen nominiert werde. Er höre, dass sie "in der rot-grünen Koalition große Sympathien genießt".

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) brachte erneut seine Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski ins Gespräch. Ihre - gegen Johannes Rau gescheiterte - Bewerbung 1999 sei "eine vorzügliche Kandidatur" gewesen, sagte er der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur".