Ramadan beginnt: Familienministerin Franziska Giffey gegen zu strenges Fasten von Kindern im Ramadan

Appell an Beteiligte : Familienministerin Giffey gegen zu strenges Fasten von Kindern im Ramadan

Am Montag startet der muslimische Fastenmonat Ramadan. Auch viele Kinder trinken und essen den gesamten Tag über nichts. Daher hat sich Familienministerin Franziska Giffey aufgerufen, für Kinder die Regeln zu lockern.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich kurz vor dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan gegen ein zu strenges Fasten von Schulkindern ausgesprochen. "Kinder müssen regelmäßig trinken und essen, sonst können sie nicht aufmerksam sein, lernen und sich gesund entwickeln. Das gilt generell und natürlich auch im Ramadan", sagte Giffey der Tageszeitung "Welt" von Freitag.

Viele muslimische Eltern gingen zwar sehr verantwortungsvoll mit dem Thema Fasten im Ramadan um, betonte die Ministerin. "Leider gibt es aber auch jedes Jahr Kinder, die im Ramadan zusammenklappen, weil sie nicht genug getrunken und gegessen haben." Um solche Zuspitzungen zu verhindern, sollten sämtliche Beteiligten - Eltern, Lehrer, Moscheen und die Vertreter der Muslime in Deutschland - zusammenarbeiten, forderte Giffey.

Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams - das sind Grundpflichten, an die sich Gläubige halten sollen. Diese verzichten im Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Vom Fastengebot sind Kinder, Schwangere, alte und schwer körperlich arbeitende Menschen ausgenommen.

Der Fastenmonat diene der Besinnung und solle auch genutzt werden, um Bedürftigen zu helfen, sagte die Sprecherin des Koordinationsrats der Muslime (KRM), Nurhan Soykan. Generell ist der Ramadan vor allem eine Zeit der Familie. Die Menschen versammeln sich bei Sonnenuntergang mit Verwandten, aber auch Nachbarn und Freunden zum Fastenbrechen. Das Leben verlagert sich in den Abend und die Nacht. Im KRM sind die vier größten Islamverbände in Deutschland zusammengeschlossen.

(mja/AFP)
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