Ramadan: AfD fordert Arbeitsverbot für fastende Ärzte und Fahrer

Ramadan: AfD fordert Arbeitsverbot für fastende Ärzte und Fahrer

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert hat ein Tätigkeitsverbot für muslimische Mediziner und Fahrer gefordert, wenn diese im Ramadan fasten.

Arbeitgebern, die keine Möglichkeit hätten, Muslime während des islamischen Fastenmonats für Nacht- und Frühschichten einzuteilen, müsse die Möglichkeit gewährt werden, diese für die Zeit des Ramadan „in einen Teil des Jahresurlaubs zu schicken“, sagte Sichert, der Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales ist.

Der Abgeordnete aus Bayern fragte: „Wieso sollten Kollegen von Muslimen darunter leiden, dass deren Leistungsfähigkeit im Ramadan eingeschränkt ist, zum Beispiel indem sie am Bau schwere körperliche Tätigkeiten für diese übernehmen?“ Und: „Welchem Patienten kann man zumuten, von einem Chirurg operiert zu werden, der seit zwölf Stunden nichts getrunken hat?“

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Die stellvertretende Vorsitzende der Linken im Bundestag, Susanne Ferschl, wies die Forderung Sicherts zurück: "Hier werden islamophobe Stereotype bedient und eine rassistische Gesetzgebung gefordert." Sie sprach von einem billigen Versuch, Belegschaften zu spalten, der nicht funktionieren werde.

Im Ramadan sollen fromme Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten. Auch Rauchen und Geschlechtsverkehr sind in dieser Zeit nicht erlaubt. Ausnahmen gelten für Kranke und Reisende.

(felt/dpa)