1. Politik
  2. Deutschland

Ralph Brinkhaus: „Wahl des CDU-Vorsitzenden ist keine Vorentscheidung über Kanzlerkandidat“

Ralph Brinkhaus : „Wahl des CDU-Vorsitzenden ist keine Vorentscheidung über Kanzlerkandidat“

Nach Ansicht von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus führt der neue CDU-Chef die Partei nicht automatisch in die kommende Bundestagswahl. Er fordert einen neuen Prozess, um den nächsten Kanzlerkandidaten der Union zu bestimmen.

"Bei der aktuellen Wahl des CDU-Vorsitzenden fällt keine Vorentscheidung über den nächsten Kanzlerkandidaten oder die nächste Kanzlerkandidatin", sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht vom Sonntag. Auf die Frage, wen der drei Kandidaten Friedrich Merz, Norbert Röttgen oder Helge Braun er als neuen CDU-Vorsitzenden befürworte, sagte Brinkhaus: "Alle drei sind Mitglieder meiner Fraktion, ich kann mit jedem von ihnen gut zusammenarbeiten."

Brinkhaus forderte einen neuen Prozess, um den nächsten Kanzlerkandidaten der Union zu bestimmen. "Die Parteigremien haben die Aufgabe, ein Verfahren zu entwickeln, das tragfähiger ist als der Showdown im März dieses Jahres." Der CDU-Politiker wollte sich aber nicht festlegen, ob er eine Mitgliederbefragung wie zur Wahl des nächsten CDU-Vorsitzenden oder eine Abstimmung in der Unionsfraktion befürworte. "Das werden CDU und CSU gemeinsam entscheiden müssen."

Brinkhaus appellierte an die Union, sich breit aufzustellen und Partei- und Fraktionsvorsitz getrennt zu halten. Zugleich zeigte er sich optimistisch, über seine derzeitige Amtszeit von sechs Monaten hinaus an der Spitze der Fraktion zu bleiben. "Erstens ist es die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die ihren Vorsitzenden aus den eigenen Reihen heraus wählt." Zudem dürfe man nicht alles auf eine Person setzen. "Dazu gehören nicht nur die allseits bekannten Männer, sondern auch Frauen, junge Menschen oder auch Menschen mit einer Migrationsgeschichte." Brinkhaus betonte: "Wir müssen viel mehr Köpfe in die Sonne stellen, sonst werden wir nicht länger als Volkspartei wahrgenommen." Die Union hatte bei der Wahl im September massiv Stimmen verloren und fiel hinter die SPD zurück. Als Fraktionschef will Brinkhaus die Union im Bundestag zusammen mit CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt "so in den Wind stellen, dass sie nicht nur ein kritischer Gegner der Regierung ist, sondern mit eigenen Projekten auch viele positive Impulse setzt".

(felt/Reuters)