Putins Atomkrieg-Drohung Europa und die Nato dürfen sich nicht erpressen lassen

Meinung | Berlin · Russlands Herrscher droht dem Westen mit dem Einsatz von Atomwaffen. Die politisch Verantwortlichen in den USA und Europa müssen zurück zu einer gemeinsamen Linie finden und ausreichend Waffen und Munition an die Ukraine liefern. Nur so gibt es eine Perspektive für Frieden.

Putin Rede zur Lage der Nation 2024 - Fotos
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Putin hält Rede zur Lage der Nation in Moskau

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Foto: AP/Sergei Karpukhin

In seiner Rede zur Lage der Nation hat Russlands Herrscher Wladimir Putin den westlichen Verbündeten der Ukraine mit dem Schlimmsten gedroht: Sollten westliche Militärkontingente, also Soldaten, in die Ukraine geschickt werden, hätte das für die „betreffenden Länder tragische Folgen“. Putin drohte zum wiederholten Male mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Er reagierte damit aber aktuell auf den Vorstoß von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zur Option westlicher Soldaten in der Ukraine, so will Putin eine rote Linie ziehen. Einschüchtern mit dem Verweis auf Waffen, die bis Westeuropa fliegen können.

Es ist eine Horrorvorstellung, von der sich die politisch Verantwortlichen in Europa und der Nato jedoch nicht erpressen lassen dürfen. Denn die nukleare Abschreckung des Westens – allen voran die der USA – ist intakt. Zudem ist Putin seinerseits auf Verbündete angewiesen, die er mit dem Einsatz auch „kleinerer“, also taktischer Atomwaffen in der Ukraine wohl verlieren dürfte.

Zugleich müssen jedoch die Nato-Staaten und allen voran Deutschland, Frankreich und die USA zurück zu einer gemeinsamen Achse finden. Bröckelt die Unterstützung für die Ukraine mit Waffenlieferungen weiter und gibt es offenen Streit zwischen Regierungschefs wie zwischen Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über die Abschreckungsoption von Bodentruppen in der Ukraine, ist das eine Ermunterung an Putin. Eine Ermunterung, seine imperialen Pläne immer weiter und mit immer neuer Brutalität voranzutreiben.

 Wladimir Putin am Donnerstag bei seiner Rede in Moskau.

Wladimir Putin am Donnerstag bei seiner Rede in Moskau.

Foto: AP/Alexander Zemlianichenko

Unabhängig von Putins Atomkrieg-Drohung muss der Westen endlich die Ukraine mit ausreichend Waffen und Munition versorgen, die sie zur Gegenwehr gegen die russischen Invasoren brauchen. Denn so absurd es klingen mag: Nur so gibt es eine Perspektive für Frieden.

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