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Brandenburg: Proteste gegen Nazi-Aufmarsch

Brandenburg : Proteste gegen Nazi-Aufmarsch

Halbe (RPO). Im brandenburgischen Halbe haben am Wochenende rund 300 Menschen gegen den Aufmarsch von Neonazis protestiert. Vor allem wehrten sich die Demonstranten dagegen, dass die Rechtsradikalen den Ort immer wieder für die Glorifizierung von SS und Wehrmacht benutzen.

Das sagte der Vorsitzende des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Heinz-Joachim Lohmann. Neonazis versuchen immer wieder, am größten deutschen Soldatenfriedhof in der Gemeinde ein so genanntes Heldengedenken abzuhalten.

Diesmal kamen am Samstag etwa 500 Rechtsextremisten zu der vom Hamburger Neonazi Christian Worch angemeldeten Veranstaltung, darunter auch die NPD-Fraktionschefs in den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, Holger Apfel und Udo Pasteurs.

Fünf Neonazis wurden wegen Waffenbesitzes festgenommen. Der Zugang zur Gräberstätte und zum Vorplatz war den Rechtsextremen verboten worden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte sich dabei auf das reformierte Brandenburger Versammlungsrecht berufen, das Aufzüge an Orten verbietet, an denen das Andenken an NS-Opfer gestört werden könnte.

Zu den Protesten gegen die Rechtsextremisten hatten neben dem Aktionsbündnis auch die Brandenburger SPD-Landtagsfraktion und die Linkspartei aufgerufen. Zu Gerangel kam es, als die Polizei etwa 50 autonome Gegendemonstranten von der Strecke der Neonazis entfernte. Drei Demonstranten kletterten außerdem auf Bäume an der Straße und hängten ein Plakat mit der Aufschrift "NS-Verherrlichung stoppen" über die Straße. Sie wurden von der Polizei heruntergeholt, bevor die Rechtsextremisten marschieren konnten.

Die Polizei hatte den Neonazi-Aufmarsch zunächst ganz verboten. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) hob das Verbot jedoch wieder auf. Mehr als 1200 Polizisten waren im Einsatz, um Zusammenstöße zwischen beide Demonstrantengruppen zu verhindern.

Schon seit Jahren versammeln sich Rechtsextremisten am Samstag vor dem Volkstrauertag in Halbe, seit einiger Zeit versuchen sie dort einen zweiten Termin zu etablieren. In der Gemeinde südlich von Berlin liegen auf dem Waldfriedhof 28.000 Tote des Zweiten Weltkrieges begraben, die meisten von ihnen fielen während der Kesselschlacht von Halbe im April 1945.

(apbackup)