Nach Attentaten in Paris Polizei will mehr Schutz im Kampf gegen den Terror

Berlin · Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich gegen die Entscheidung der Berliner Polizeiführung gewandt, bei den angelaufenen verstärkten Schutzvorkehrungen vor potenziell gefährdeten Adressen die Maschinenpistolen zwar mitzunehmen, diese aber im Auto zu lassen.

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Foto: dpa, lus

"Wenn die Bedrohungslage so eingeschätzt wird, dass Maschinenpistolen helfen können, dann helfen die nicht, wenn sie im Fahrzeug liegen, dann müssen die Einsatzkräfte sie auch am Körper tragen", sagte GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow unserer Redaktion. Beamte mit Maschinenpistolen stellten keine Bedrohung für die Bürger dar, sondern seien "Zeichen eines wehrhaften Staates".

Nach den Attentaten in Paris war entschieden worden, Zeitungshäuser und jüdische Einrichtungen verstärkt zu bewachen oder häufiger Polizeistreifen einzusetzen. Diese haben aber nur die üblichen Pistolen. Als 2010 konkrete Anschlagswarnungen vorlagen, war das Straßenbild auch von Polizisten mit Maschinenpistolen geprägt.

Die in Paris von den Attentätern verwendeten Sturmgewehre haben die Sicherheitsbehörden in Deutschland zu einer Überprüfung der Schutzvorkehrungen im Regierungsviertel veranlasst. Dabei wurden Lücken deutlich, da viele Objekte auf solche schweren Attacken offenbar nicht eingestellt sind. Malchow warnte jedoch vor vorschnellen Reaktionen. "Wir sollten in dieser Situation nicht hochrüsten", betonte der Gewerkschaftschef.

Allerdings sollten die Schutzwesten der Polizisten auf dem neuesten Stand sein und künftig nicht mehr nur bei Bedarf über einen Pool ausgegeben werden. "Jeder Beamte braucht eine persönliche Schutzweste, damit er sie jederzeit zur Verfügung hat und sie ihm auch passt", verlangte Malchow.

(may-)
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