Politischer Aschermittwoch Bei Grenzüberschreitungen hört der Spaß dann doch auf

Meinung | Berlin · Eigentlich ist alles wie immer gewesen. Der politische Aschermittwoch ist halt ein Tag für ziemlich schlechte Witze. Gleichwohl ist die Lage ernst. Und ein paar Erkenntnisse ergeben sich dann doch aus den Ereignissen von Passau bis Vilshofen.

Politischer Aschermittwoch: Die besten Sprüche
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Die besten Sprüche vom politischen Aschermittwoch

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Foto: dpa/Peter Kneffel

Schlechte Witze gehören zum Aschermittwochs-Repertoire der Politik, auch wenn die Lage ernst wie selten ist. Das ist auch diesmal so gewesen. Humor ist aber, wenn man von Passau über Vilshofen bis Landshut trotzdem lacht. Außer in Biberach.

Dort mussten die Grünen ihre Veranstaltung absagen wegen aggressiver Proteste, darunter auch von Bauern. Der Spaß an Aschermittwoch hört bei solchen Grenzüberschreitungen dann doch auf. Sie nutzen auf keinem Fall den Anliegen derer, die sich von der Politik nicht hinreichend unterstützt fühlen. Und die Vorgänge erinnern an Robert Habeck und die wütende Menge vor der Fähre. Herunterspielen darf man sie daher nicht.

Die Grünen, das hat sich gezeigt, sind im Moment Sparringspartner Nummer Eins für viele, die da am Aschermittwoch ihre Sprüche klopfen. Oder es versuchen. Allen voran von Markus Söder. Die Attacken des CSU-Chef waren deftig, insbesondere gegen Umweltministerin Steffi Lemke, die er mit Margot Honecker verglich. Das war mehr als grenzwertig. Söders neue Paraderolle ist aber jetzt die des politischen Grünen-Fressers. Und genau das wird noch heikel bis lustig werden für die Union, wenn sich die Frage nach Schwarz-Grün im Bund tatsächlich stellen sollte. CDU-Chef Friedrich Merz hat sich da neulich wieder deutlich anschmiegsamer gezeigt. Söder bleibt damit aber auch intern im Angriffsmodus.

 Er war der wohl der König des politischen Aschermittwochs - der frühere CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß.

Er war der wohl der König des politischen Aschermittwochs - der frühere CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß.

Foto: dpa/Peter Kneffel

Der Aschermittwoch ist aber auch immer ein Tag der Abgrenzung. Alle knöpften sich zurecht die AfD vor und die Koalitionäre schlugen noch genüsslich auf die Opposition ein. Was auch sonst. Auf der anderen Seite ist der politische Aschermittwoch kein Tag für zündende und neue Ideen. Das merkte man auch bei einem besonders beachteten Auftritt – dem von Sahra Wagenknecht als neue Parteivorsitzende.

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