Bundespräsident Joachim Gauck: "Polen sind fleißiger als Deutsche"

Bundespräsident Joachim Gauck : "Polen sind fleißiger als Deutsche"

In einem gemeinsamen Appell haben sich die Staatsoberhäupter Deutschlands, Italiens und Polens gegen den wachsenden Euroskeptizismus gestellt. Bundespräsident Joachim Gauck lobte dabei vor allem das aufstrebende Polen als "Motor für Europas Idee".

Der Bundespräsident lobte dabei ausdrücklich den Fleiß der Menschen in unserem Nachbarland. "Polen sind fleißiger Deutsche", sagte Gauck und sorgte mit dieser Aussage für einiges Aufsehene.

Statistisch gesehen hat Gauck Recht: Polen arbeiten im Durchschnitt 100 Stunden mehr im Jahr als Deutsche. Due OECD spricht sogar von 1.939 Jahresstunden in Polen und 1.419 Arbeitsstunden pro Jahr in Deutschland. Weiteres Thema des Treffens war erwartungsgemäß die Euro-Krise.

In einem veröffentlichten "Aufruf von Neapel" zu Beginn zweitägiger Konsultationen in der süditalienischen Stadt versicherten Gauck, Giorgio Napolitano und Bronislaw Komorowski: "Wir werden die ernste wirtschaftliche und finanzielle Krise überwinden."

Der Text, der sich als "Botschaft der Ermutigung" versteht, erteilt "gegenseitigen Ressentiments und nationalistischen und engstirnigen Denkweisen" eine Absage. Nur wenn Europa zusammenstehe, werde es gelingen, "die Herausforderungen der globalisierten Welt zu bestehen".

Vor dem anstehenden EU-Gipfeltreffen zum Budget 2014 bis 2020 erklären die drei Staatschefs, "zielgerichtete Investitionen in nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen" seien der "beste Weg, Wohlstand und Stabilität auf unserem Kontinent zu erhalten".

Themen der Dreier-Begegnung sind unter anderen die Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa, die hohe Jugendarbeitslosigkeit in weiten Teilen des Kontinents und die sich verändernde Rolle der Europäischen Union in der Welt. Daneben waren auch Begegnungen und ein Meinungsaustausch mit Studierenden vorgesehen.

Gauck nimmt außerdem am Dienstag an einer Gedenkfeier zu Ehren des polnischen Autors und Journalisten Gustaw Herling teil, dessen Werk bis 1988 in Polen nur im Untergrund verbreitet werden konnte. Herling siedelte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Neapel über und starb dort im Jahr 2000.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Gaucks Antrittsbesuch bei Queen Elizabeth in London

(AFP)