Pannenflughafen BER: Platzeck räumt Fehler bei Terminplanung ein

Pannenflughafen BER : Platzeck räumt Fehler bei Terminplanung ein

Während Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Fehler bei der Terminplanung für den Hauptstadtflughafen einräumt, gerät erstmals auch der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) unter Druck.

"Rückblickend war das ganz klar ein Fehler", sagte Platzeck, der neuer Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender ist, dem "Spiegel". "Aber der Termin ist ja nicht von den Politikern vorgegeben worden." Der Aufsichtsrat habe vorher Firmen angehört, dazu die Techniker und die Bauleitung. "Alle haben diesen Termin bestätigt", sagte Platzeck.

Die erneute Verschiebung des Eröffnungstermins im Oktober 2013 und die Art und Weise der Übermittlung seien für alle ein "emotionaler Sonderzustand" gewesen, sagte er. Einen neuen Termin werde er nicht nennen. "Ich pflege Fehler nicht ein zweites Mal zu machen." Von ihm sei kein Datum zu hören, auch kein ungefähres. "Das wäre nicht seriös."

Ramsauer erstmals in der Kritik

In dem Chaos um die mehrfache Verschiebung der Eröffnung steht auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in der Kritik. Die von Ramsauer selbst eingesetzte Sonderkommission (Soko) BER habe das Krisenmanagement des Bundesverkehrsministeriums gerügt, berichtet der "Spiegel" und berief sich dabei auf Protokolle der Soko. Vor allem der Rauswurf der Flughafenplaner nach der Verschiebung des Eröffnungstermins am 8. Mai 2012 sei aus Sicht der Sonderermittler ein Fehler gewesen.

Der Kündigung habe Ramsauers Mann im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft, Staatssekretär Rainer Bomba, zugestimmt. Die Konsequenzen der Kündigung seien "weitreichender als zunächst angenommen", zitiert das Magazin aus einem Protokoll. Der Baubetrieb sei noch nicht wieder richtig angelaufen.

Aus den Protokollen geht dem "Spiegel" zufolge auch hervor, dass Ramsauers Soko spätestens ab Sommer 2012 vorwiegend belastendes Material für eine Ablösung von Flughafenchef Rainer Schwarz sammelte und sich weniger um die Rettung des Flughafenbaus kümmerte. Die Soko sei zu dem Schluss gekommen, dass Schwarz den Aufsichtsrat falsch oder nicht umfassend über die tatsächlichen Vorgänge beim Bau des Airports informiert habe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Verantwortlichen des Flughafen-Baus

(dpa/felt)
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