Finanzspritze für die Stadtreinigung Das müssen Hersteller von Plastikmüll künftig zahlen

Berlin · Kaffeebecher, Kippen und Chipstüten landen oft auf der Straße. Um Gemeinden bei der Reinigung zu unterstützen, bittet die Bundesregierung nun die wahren Plastikmüll-Verursacher zur Kasse: die Hersteller.

 Plastikmüll: Einweg-Kaffeebecher und -schalen stapeln sich an einem Gehweg.

Plastikmüll: Einweg-Kaffeebecher und -schalen stapeln sich an einem Gehweg.

Foto: dpa/Gregor Fischer

Für Getränkebecher aus Einwegkunststoff müssen die Hersteller künftig eine Abgabe von rund 1,24 Euro pro Kilo zahlen. Der Bundestag billigte am Donnerstagabend eine entsprechende Verordnung zur Umsetzung der sogenannten Plastikabgabe. Damit werden etwa bei Plastiktüten ab dem kommenden Jahr 3,80 Euro je Kilo fällig, bei Zigarettenkippen sind es 8,97 Euro, bei To-Go-Lebensmittelbehältern lediglich 17,7 Cent.

Schon vor einem halben Jahr hatte der Bundestag eine Sonderabgabe für Produkte aus Einwegplastik beschlossen, um Städte und Gemeinden bei der Reinigung von Straßen und Parks finanziell zu unterstützen. Damals waren aber noch die konkreten Summen offen geblieben, die die Hersteller zahlen müssen. Die Höhe der Abgaben wurde vom Umweltbundesamt berechnet und basiert auf den Kosten für Sammlung und Entsorgung der einzelnen Verpackungen und Produkte.

Das Geld fließt in einen staatlichen Fonds, mit dem die Beseitigung weggeworfener Kaffeebecher oder Chipstüten zumindest teilweise bezahlt werden soll. Nach Regierungsschätzungen sollen auf diesem Weg jährlich bis zu 436 Millionen Euro an die Städte und Gemeinden gehen, die für die Müllbeseitigung zuständig sind.

(peng/dpa)